Posted by: chrizzo | Dienstag, Mai 6, 2008

Alemaozinho

Der kleine Mann war noch klein, aber nicht mehr so klein, dass er noch im Kinderwagen liegen musste, er saß schon und grinste fröhlich durch die Gegend.

Er zog nun immer mehr Reaktionen seiner weiteren Umwelt auf sich. Ein schneller Einkauf im Supermarkt war nicht mehr drin, denn so ungefähr jedeR 1,2. im Laden hat mich auf den kleinen Mann angesprochen und mit ihm geschäkert - oder umgekehrt.

Hier in Brasilien war er aber auch mit seinem Aussehen wahrlich ein kleiner Exot: Bis weit nach seinem ersten Geburtstag hatte er noch kaum Haare auf dem Kopf und so sah er für die Brasilianer wie eine “bonecinha”, ein Püppchen aus. Und dann noch so “brancinho!, olha que alemaozinho!”. Was so viel heißt wie: “Ein Weißerchen! Schau nur was für ein Deutscherle!”

Letzteres riefen sie aus noch bevor wir überhaupt irgendwas in Richtung Nationalität gesagt hatten und wir irritierten die Ausrufenden auch eher immer, wenn wir dann anmerkten: “Ja, stimmt, wir sind Deutsche.”

Schnell war klar, dass hier “alemao”, Deutscher, als Synonym für die Bezeichnung von sehr weißer Haut gebraucht wird.

(Muss wohl was dran sein, wenn man bei Frau Ami liest (auch die Kommentare). ;-) )

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Responses

es gibt einen namen für mich!! juchhe!!! :)) sehr schön….

Sehr nette Übersetzung! Und wie ist das aktuell!? Mit seinem Aussehen dürfte der kleine Mann ja immer noch ziemlich für Furore sorgen, oder!? Wie ist das eigentlich iN Brasilien, sind Deutsche dort gern oder eher ungern gesehen!? Denn dieser Ausdruck, den finde ich eigentlich recht nett und Deutschophil, sozusagen…

Oh, jetzt hat er doch ein paar Haare und insgesamt hat sich sein Gesicht weg vom Babygesichtchen entwickelt. Sao Paulo ist so ein unglaublicher Schmelztiegel von den verschiedensten Nationalitäten, dass er jetzt kaum noch auffällt. Es gibt durchaus einige blonde Brasilianer-Kinder - einzig seine weiße Hautfarbe bleibt, weil wir ziemlich auf UV-Schutz achten, was Brasilianer nicht so tun, vielleicht auch wirklich eine geringere Sonnenbrandgefahr besitzen (auch mit blonden Haaren).
Sao Paulo ist schon sehr Deutschen-freundlich, aber kein Wunder, bei der Menge von deutschen Firmen und Deutschen hier - bei nächster Gelegenheit schreibe ich mal mehr dazu, versprochen.

Ja das kenne ich, obwohl wir (dank meinem Akzent) eher für Franzosen gehalten werden. Meine grosse ist sehr dunkel und mein Kleiner ist sehr hell, da wird öfter mal gefragt ob sie vom gleichen Vater sind…

*g*
Mittlerweile spreche ich Portugiesisch wohl so “gut”, dass ich sobald ich den Mund aufmache als Deutsche erkannt werde, eben wegen dem Akzent. Aber wenn es nur um´s Äußere geht, dann werde ich allermeistens für eine Französin gehalten (aber auch als Argentinierin, Amerikanerin, Italienerin, einmal als Tschechin).

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