Woran ich mich unbedingt wieder gewöhnen sollte
2008 Juni 12
in Deutschland:
- Nicht so viel Toilettenpapier zusammenzuknüllen, es wird sich wieder lohnen zu falten
- Nicht so viele Taschentücher auf einmal zu benutzen, eines wird dick genug sein, damit man nicht durch”pustet” – aber ich gehe mal davon aus, dass in Deutschland bestes Wetter sein wird!
- Eine rote Ampel ist eine rote Ampel, auch nachts.
- Auch Fußgänger beachten rote Ampeln.
- Fußgänger muss man als Autofahrer an Kreuzungen vorlassen. (Machte man das hier, würde man einen Auffahrunfall provozieren…)
- Oh und noch wichtiger: An Zebrastreifen muss man Fußgänger erst recht vorlassen.
- Ergo: Ich muss niemanden – wie schon geschehen – theatralisch vom Zebrastreifen zurückziehen nur weil sich ein Auto ebenfalls nähert.
- Ich kann nicht drauf bauen, dass andere Autofahrer damit rechnen geschnitten zu werden und dann auch noch netter Weise bremsen. Sie würden wohl nur wütend werden…
- Dass ich im Supermarkt, Apotheke u.ä. mit Bargeld zahle und nicht die Kreditkarte zücke.
- Ich sollte dann auch den Einkauf selber in Tüten packen und diese ebenfalls am Besten schon mitgenommen haben.
- Mich damit abfinden, dass es keine Präferenz-Schlangen in Supermärkten, auf der Post, in der Bank oder sonst wo für mich mit dem kleinen Mann gibt. – Am Besten gehe ich gleich alleine einkaufen, dann spare ich mir auch die dummen Blicke bei etwaigen Trotzanfällen und das diese alleine durchstehen. Wahrscheinlich wird niemand versuchen, den kleinen Mann durch blöde Grimassen oder sonstwas aufzuheitern.
- Wasser aus dem Hahn kann man durchaus trinken, es wird keinen komischen, alten, abgestandenen Geschmack haben. (Wasser kann man hier in Sao Paulo nämlich auch durchaus trinken, also wenn man den Geschmack ignorieren kann…)
- Kellner haben nicht gelernt, kleine Kinder neben dem Bekellnern zu bespaßen. Am Besten kochen wir immer irgendwie selber oder lassen uns bekochen und gehen ansonsten zu McD oder so…
Hat wahrscheinlich noch Erweiterungspotential, aber jetzt ist der kleine Mann aus dem Mittagsschlaf erwacht.
Ach- hier gibts durchaus sehr nette Menschen, die ein Kind in der Supermarktschlange bestens bespaßen können! Und auch Regale ausräumen in unserem E.DE.KA kam schon vor und verursachte kein Chaos. Und ja, man kann in Deutschland mit Kindern auch séhr gut leben, wie ich finde. Und ganz tolle Kellner bzw. Kellnerinnen gibts hier auch
!!! also freu Dich auf zu Hause- auch hier ist´s schön mit Kindern!
Schlapunzel hat schon recht, ich war anfangs richtig erstaunt, wie nett (wir) Deutsche sein können. Vor allem FUNKTIONIEREN hier Behörden richtig gut, auch wenn der zuständige Beamten eigentlich gerade einen persönlich schlechten Tag hat. (Allerdings hat sich die Euphorie auch wieder gelegt.)
Deine Liste finde ich aber trotzdem schön – und so wahr!!!
Ich bin auf crizzos Seite! GENAU das sind die Dinge, an die ich mich auch immer (immer immer) wieder gewöhnen muss. Naja Klopapier und Taschentücher sind hier nicht sooo schlecht (wenn man teures kauft), aber vor Zebrastreifen habe ich zum Beispiel ne Heidenangst, die ignorier ich hier komplett *rotwerd*. Und die Vorfahrt nehmen… auweia, das kann ja was werden mit meinem Mietwagen in 6 Wochen…
Ach kommt, das Deutsche doch auch nett sein können, das weiß ich doch – schließlich seid Ihr alle doch Deutsche!
Aber es gibt eben auch einige Stinkstiefel und die sind hier wirklich viel viel viel weniger vorhanden. Fiese Randbemerkungen zum Nachbartisch hin oder so was gibt es hier einfach nicht. Das wäre unhöflich und das wollen Brasilianer nicht sein, können sie nicht, nicht zum Verrecken.
Wobei meine Theorie ja ist, das sie das im Straßenverkehr in ihren Karren hinter den verdunkelten Scheiben schön anonym dann in dieser grauenvoll egoistischen und nicht mitdenkenden Fahrweise wieder raus lassen (Beispiele kommen bei Gelegenheit mal in einem eigenen Eintrag…). Aber so richtig richtig egoistisch ist die Fahrweise ja dann auch wieder nicht, denn selbst wenn ich mal so unrücksichtsvoll fahre – fahren muss, weil ich sonst meine Ausfahrt und damit den mir bekannten Rückweg verpassen würde – dann fährt mir ja auch keiner in den Wagen. *toitoitoiunddreimalaufholzklopf*
Ach, @ Schlapunzel: Du wohnst ja auf dem Land. Wir kommen ja mehr aus so einer Yuppie-Stadt, da trifft man bei Dir wahrscheinlich eher weniger auf genervte Leute in Supermärkten als bei uns.
Und ich _freue_ mich auf Deutschland!
Sehr sogar!!!
Auf die Familie und die Freunde am Meisten, aber direkt danach auf die andere Lebensqualität, die bessere Umwelt (saubere Natur usw.) und die gleicheren Lebenschancen, auf das Überschaulichere und Bekanntere, weil ich damit einfach schon groß geworden bin, was sich gut und vertraut anfühlt.