Von Freunden
Glücklich und dankbar bin ich über die Freunde, die ich hier in der Nachbarschaft gefunden habe.
Als wir damals, 2005, nach Brasilien gingen, da gehörten wir hier mitten in der Stadt zu den Erstbewohnern eines gerade erschlossenen alten Brachgeländes. Die Mietwohnung, in der wir wohnen, war die dritte Bebauungseinheit. Es gab schon zwei Gebäude mit Eigentumswohnungen, es kamen noch zwei große Komplexe mit weiteren Eigentumswohnungen, dann einige wenige Doppelhaushälften und jede Menge Reihenhäuser, ein Kinderspielplatz und das alles nur ca. zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Besser geht´s nicht für eine wie mich:
via Frau Ährenwort
Bis auf das mit der WG sehr stimmig.
Ich sehe uns aber mal im Alter mit Freunden eine kleine feine Alters-WG aufmachen. Das ist meine Zukunftsvision. In meiner Studiumszeit kam für mich das Wohnen in einer WG nie in Frage, aber im Alter wäre das was anderes.
Nun gut, ich schweife mal wieder ab. In unserer direkten Nachbarschaft gibt es viele viele kleine Kinder, viele ungefähr im Alter des kleinen Mannes. Unter den Eltern dieser Kinder habe ich mittlerweile doch ein paar wirklich gute Freunde gefunden. So hat mir eine davon, die Engste, den kleinen Mann am Montag ganze sechs Stunden abgenommen und hätte dies auch länger gemacht, wenn´s mir nicht besser gegangen wäre. Der kleine Mann hat sich dort pudelwohl gefühlt. Und ich war so froh und dankbar. Außerdem hat sie mir die Tage noch einen Einkauf rum gebracht. Und gestern nachmittag auf dem Heimweg vom Kindergarten haben wir andere Freunde getroffen, die uns spontan zu sich mit genommen haben, weil sie merkten, dass es mir mit den Nebenwirkungen des Antibiotikums nicht so gut ging. Und so hatten der kleine Mann und ich einen wunderbar entspannten Nachmittag und wurden obendrein noch sehr verwöhnt. Ich bin wirklich glücklich und dankbar.
Was ich aber auch lernen muss, ist mich besser gegenüber Leuten abzugrenzen. Donnerstag vor drei Wochen, da hatte ich eine andere Nachbarin, ich nenne sie mal K. aus diesem Umfeld zum Frühstück eingeladen. Den Mittwoch davor gab es zum ersten Mal ein gemeinsames Frühstück in einem Café mit allen Nachbarinnen. K. kommt mit ihrem Sohn, der in die gleiche Kindergarten-Gruppe wie der kleine Mann geht, kaum auf den Spielplatz und hat daher auch keine Kontakte zu den anderen Nachbarinnen, sie wohnen noch nicht lange hier. Daher habe ich sie auf das gemeinsame Frühstück hingewiesen und mitgenommen. An diesem Tag nun sagt sie unser zweisames ab. Verständnis hatte ich. Wir verblieben zwischen Tür und Angel dabei, es evtl. um eine Woche zu verschieben, wollten aber noch einmal telefonieren. Wir telefonierten nicht, weil es mir die Tage immer schlechter ging und ich zu sehr mit mir beschäftigt war. Auch im Kindergarten sahen wir uns nicht. Am Donnerstag sitze ich nichtsahnend über meiner Schüssel mit Meersalz und inhaliere meine Kopfschmerzen weg, als es an der Tür klingelt. K. war da zum gemeinsamen Frühstück. Ich stand da, gerötet Gesicht, Handtuch um die Schultern, Kopfschmerzen im Blick und sie stellt auf dem Treppenabsatz fest, dass ich sie nicht erwartet habe. Ich weiß nicht, ich hatte das Gefühl ärgerliche Enttäuschung stand in ihrem Blick. Ich erklärte ihr meinen Zustand und wies auf das Missverständnis hin, wir hätten doch nicht mehr telefoniert. Ohne Verabschiedungsworte oder vielleicht sogar gute Besserungswünsche rauschte sie ab. Auch jetzt nach der Krankheitswoche des kleinen Mannes kommt von ihrer Seite rein gar nichts, wenn wir uns mal zufällig im Kindergarten treffen. Und ich, ich muss mich zusammenreißen, um nicht hinter ihr herzutelefonieren und das „Missverständnis“ aus der Welt zu schaffen. Es fällt mir schwer, ich finde so Situationen einfach unschön. Aber mal ehrlich: Freunde habe ich genug. Richtige Freunde und darüber bin ich glücklich und vor allem auch sehr dankbar. Und für diese würde es sich lohnen auch mal über den eigenen Schatten zu springen.


Ja, wahre Freunde sind viel wert. Auf solche „Tanten“ kannst Du gut verzichten. Und lauf ihr bloß nicht hinterher, um Dich zu rechtfertigen. Das hast Du an der Tür schon getan und sie hat ablehnend und zickig reagiert. Das hast Du nicht nötig! Und im Moment schon mal gar nicht.
Erstmal: ich lese hier seit einiger Zeit still mit, möchte nun aber auch mal einen Kommentar loswerden.
Ich finde auch, auf die Trulla kannst du pfeifen. Was ist das denn für ein Benehmen von deren Seite? Ich kann sowas überhaupt nicht nachvollziehen, würde mir aber wahrscheinlich, so wie du, auch Gedanken machen, ja sogar denken, ich hätte was falsch gemacht. Aber sowas muss man einfach sein lassen, es lohnt sich nicht: vergiss die und verlass dich auf deine Freunde. LG Martina
P.S. ist es o.k., wenn ich dich in meinen Blogroll aufnehme?
Hallo Martina, entschuldige, irgendwie habe ich im Trubel vergessen, zu antworten. Klar, kannste mich aufnehmen, gerne!
Da freue ich mich immer. Und danke schön für die Bestätigung, dass ich „hart“ bleiben sollte.