Im Jetlag

Schlussendlich sind wir geflogen.

Beim Kinderarzt war die Behandlung zum Glück zügig, die Kehlkopfentzündung hat sich bestätigt und ich weiß jetzt, dass man im Portugiesischen nicht „bellender Husten“ sagt, sondern im Prinzip „Husten eines Hundes“ sagt (tossi [richtig geschrieben?] de cachorro). Mit dem verschriebenen Hustensaft hat der kleine Mann den Flug ganz gut überstanden. Bei der Sicherheitskontrolle mussten wir tatsächlich das Rezept vorweisen, es wurde irgendwo nachgefragt, aber dann war es ok.

Überhaupt die Sicherheitskontrolle war dieses Mal ein wenig „anders“: Weil ich während der Sicherheitskontrolle feststellte, dass der kleine Mann sich vollkommen eingesch… hatte. Und ich hatte lediglich eine Wechselgarnitur eingesteckt… Und die Windeln mussten in kürzer als von mir angenommenen Abständen gewechselt werden, aber die doppelte Ration im Handgepäck hat dann zum Glück doch ausgereicht, so gerade. So betrachtet war der Flug der bisher unangenehmste. Obwohl einer von uns bislang noch kurz vor jedem Flug eine Erkältung bekommen hat; bevorzugt der kleine Mann.

Geschlafen hat der kleine Mann auf dem Flug zwar nicht so schön wie sonst gewohnt – er ist jetzt ja auch schon wieder ein halbes Jahr älter als auf dem letzten Langstreckenflug – aber er hat definitiv mehr und anscheinend besser geschlafen als wir.

Auf diesem Flug hat sich der große Mann mehr um ihn gekümmert und am Schlechtesten von uns allen geschlafen, weil er den kleinen Mann ständig wieder nach oben auf dessen Sitz gezuppelt hat (zwar war der durch die blöde Liegeposition noch gar nicht wach geworden, aber es sah wohl super unbequem aus).

Gestern war dann für uns wirklich anstrengend, denn nach dem Inlandsflug näher an uns erstes Ziel heran, mussten wir auch noch eine Strecke mit dem Wagen zurücklegen und für Freitags früher nachmittag gab es erstaunlich viel Stau auf unserer Strecke. Der kleine Mann hat aber sowohl den Inlandsflug als auch die meiste Zeit im Auto verpennt.

Abends war er dann erst auch noch ungewöhnlich fit, aber nach einer Runde durch´s Dorf und auf einen Spielplatz war er doch schnell wieder ko und ging schon gegen 21h ganz schlafen.

Heute haben wir wirklich schon viel unternommen und einen schönen Tag bei angenehm sonnig kühlen Temperaturen verbracht. Der kleine Mann nach mehr als zwölf Stunden Schlaf, der große Mann nach um die neun Stunden Schlaf und ich nach keiner Ahnung wie vielen Stunden, denn ich lag des Nachts mal längere Zeit wach.

Auch jetzt bin ich noch mitten im Jetlag. Der große Mann ist soeben ins Bett gegangen, der kleine Mann auch erst nach Mitternacht und ist erst nach ein Uhr eingeschlafen, also nur eine Stunde eher als in Sao Paulo üblich. Und ich sitze jetzt hier einsam am Rechner und nutze die Zeit für diesen ersten kleinen Bericht. Nach gestern und heute morgen quälenden Kopfschmerzen, die sich aber erfolgreich mit Tabletten vertreiben ließen, kratzt es mir jetzt auch im Hals und ich würde mich eigentlich sehr gerne ausschlafen und die Halsschmerzen im Keim wegschlafen, aber es klappt nicht. So gegen 21h hätte ich vielleicht schlafen gekonnt, aber dann hätte ich vermutlich wieder nicht die ganze Nacht durchgeschlafen…

Morgen geht es dann zur nächsten „Station“ auf unserem Deutschlandbesuch. Dafür müssen wir wahrscheinlich wieder an die drei Stunden im Auto sitzen. Ich bin mal gespannt, wie fit ich dann bin, wenn ich jetzt immer noch nicht schlafen kann. Los soll es nämlich schon am Vormittag gehen.

Doch panisch!

Über Nacht krank gewordenes Kind lässt doch jegliche Planung den Bach runter gehen.

Wahrscheinlich hat er eine starke Kehlkopfentzündung, bekommt schlecht Luft, gurgelt ab und an. Wir haben für 13.30h einen Arzttermin erhalten. Wir müssen ja nur um 15h von zu Hause in Richtung Flughafen aufbrechen…

Und was mache ich jetzt mit den Kleinigkeiten???

(Großer Mann arbeitet natürlich noch und ist im Norden von Sao Paulo unterwegs…) *argh*

Morgen geht´s los!

Morgen, also wenn der Großteil der Leser dies hier lesen wird, geht es für uns los.

Wir fliegen nach Deutschland zu unserem diesjährigen Familien- und Freundebesuch. Wie das letzte Mal kann der große Mann leider nur zwei Wochen bleiben, während der kleine Mann und ich ganze vier Wochen bleiben werden. Außerdem werde ich dieses Mal zusammen mit meiner Mutter und meiner Schwester (letztere hat uns im letzten Jahr schon einmal besucht) zurück fliegen. 🙂

Ich bin mal ganz gespannt wie der kleine Mann das erste Mal mit eigenem Sitz den Nachtflug über schlafen wird… Sollte jemand noch Tips parat haben wie man das Liegen für den kleinen Mann am Bequemsten gestalten kann, bitte her damit. Vielleicht haben Sie noch eine schnelle Idee, Frau Düne Sieben? Ich weiß ja, Sie sind gerade eigentlich in Ihrer Blogpause und ich hätte natürlich auch einmal eher dran denken können zu fragen…

Bisher ist nur der kleine Koffer voller Mitbringsel gepackt worden.

Ich bin aber trotzdem nicht panisch und habe den heutigen Tag schön morgens zum Frühstück mit einer Menge anderer deutscher Frauen und dem kleinen Mann im Clube Hipico verbracht und nachmittags mit der Krabbelgruppe einen sonnigen Nachmittag auf dem Spielplatz verbracht. Denn erstens geht unser Flug nach unsrer Zeit erst um 18.20h, allerdings müssen wir schon um 15h gen Flughafen starten. Man weiß ja nie bei dem Verkehr hier.

Außerdem habe ich auch schon unsere Wäsche, die wir mitnehmen möchten, separat gelegt, so dass alles morgen von F. eingepackt werden kann. Einige fragen sich jetzt wahrscheinlich an dieser Stelle, warum ich das dann nicht direkt selber eingepackt habe, aber das alleinige, schnelle Rauslegen war schon eine Zeitersparnis gegenüber dem Austüfteln des Passens und strategischen möglichst wenige Falten produzierenden Legens in den Koffer und ich glaube, F. wäre beleidigt, wenn sie das nicht machen würde und käme sich ein wenig überflüssig vor. Zumal ich sie heute nachmittag um 15h nach Haus geschickt habe, obwohl sie die Koffer schon packen wollte, aber zu dem Zeitpunkt war doch noch einige Wäsche, die mit soll, nass und hing draußen in der Sonne zum Trocknen. Feucht sind jetzt nur noch eine handvoll Wäschestücke und in diesem Jahr haben wir diesbezüglich deutlich mehr Glück als im letzten Jahr. Da bin ich nämlich mit drei immer noch feuchten Wäscheladungen nach drei Tagen des draußen Trocknensollens zu einer Freundin mit Trockner vor unserem Abflugtag gefahren…

Morgen vormittag werde ich den kleinen Mann noch ein paar Ründchen auf dem Spielplatz scheuchen, damit er dann für die Reise ab nachmittags wenigstens schon ein bißchen Bewegung hatte. Insgesamt werden wir wohl so um die 21, 22 Stündchen unterwegs sein. *seufz* Wenigstens wechselt das Transportmittel ein paar Mal: Fahrzeug, Flugzeug, umsteigen in anderen Flieger, Fahrzeug.

Diesjähriges Gepäck: Ein kleiner Koffer voll für Mitbringsel in die eine wie die andere Richtung (normal), ein großer Koffer für mich, eine große Tasche für den kleinen Mann und so ein Mittelding für den großen Mann, Buggy, Autokindersitz, sowie 3 Mal Handgepäck nicht zu vergessen. *ächz*

Ziemlich blöd ist allerdings, dass zu unsrer Zeit um 15.45h das Spiel Portugal-Deutschland angepfiffen wird, also zu einem Zeitpunkt an dem wir uns noch irgendwo auf dem Weg zum Flughafen befinden werden. Wir hoffen aber, dass wir dann zur zweiten Halbzeit im Flughafengebäude schon hinter der Sicherheitskontrolle sind und irgendwo auf den rumhängenden Fernsehern das Spiel übertragen wird.

Ich denke, dass ich mich irgendwie mal zwischendurch aus dem Urlaub werde melden können. Wobei ich noch nicht so genau weiß, was ich dann wohl schreiben könnte – ist dann ja alles so absolut normal und die Familie und Freunde auf dem Laufenden zu halten was wir so treiben, fällt dann ja auch weg…

Ach und Schlapunzel, bitte nicht wundern, wenn ich Dein Stöckchen erst einmal nicht beantworte, dafür brauche ich ein wenig Zeit. Ich werde es aber nicht vergessen.

Wie auch immer, ich wünsche Euch allen da draußen eine super Zeit!

Sch***Glück

Heute vormittag im Park ist der kleine Mann das zweite Mal in seinem Leben in Schei*e getreten. Zwei Mal in zwei Jahren – ist das ein guter Schnitt?

Jedenfalls musste ich mich sofort wieder an unser erstes Erlebnis in Spanien mit Schei*e erinnern – nur ein kurzer Hinweis, damit Ihr den Link auch anklickt: Nachher hatte ich die Schei*e an der Kleidung ohne es sofort zu bemerken…

Während ich heute die Schei*e mit einem Stöckchen aus den verdammt tiefen Rillen des Gummistiefels puhlte, schüttete der kleine Mann vergnügt im Autositz sitzend seine Siggflasche mit Wasser über sich und den Sitz. Klasse Idee bei ca. 15 Grad und wenn ich eigentlich noch schnell vor dem Mittagessen einkaufen möchte mit ihm zusammen…

Noch ein bißchen vom Wetter:

Die Nacht muss es hier etwas unter 10Grad gehabt haben. Als ich ins Bett ging, konnte ich erst einmal eine Weile nicht einschlafen, weil ich so eiskalte Füße hatte, die sich auch vehement den Aufwärmungsversuchen widersetzten. Nach 20 unerfolgreichen Minuten so ungefähr habe ich uns noch die zweite dicke Decke ins Bett geholt.

Laut den mir gängigen Wetterberichten ist das Wetter hier ein wenig wie in Deutschland und wenn wir also am kommenden Donnerstag losfliegen, werden wir uns wohl wettertechnisch gar nicht umstellen müssen. Und die sonst üblichen Fragen warum wir denn gar keine Brasilienbräune hätten, werden wahrscheinlich ein wenig seltener fallen. Ansonsten habe ich mich gedanklich auch schon mal von meinen netten Röcken als Dress zur 10jährigen Abifeier (mit Start nachmittags) verabschiedet – wird es halt wie hier auch täglich eine Jeans, ein Shirt und mein geliebter Cordblazer… Na ja, wenigstens ist kein Regen angekündigt und damit können der große und der kleine Mann wenigstens während eines Teiles meiner Feier einen netten Strandspaziergang machen.

Krakeleien

In Sao Paulo sieht man gar nicht sooo viele Graffitis, die als Schmierereien gedacht sind, sondern mehr welche, die an Autowerkstätten oder anderen Ladengeschäften angebracht wurden, um für dieses eben auch als eyecatcher zu fungieren. Jetzt muss ich gestehen, dass ich davon noch nie ein Bild geschossen habe, was ich aber unbedingt mal nachholen muss, denn meist sehen die wirklich recht nett aus.

Worüber ich schreiben möchte sind diese Krakeleien.

Man sieht sie in ganz Sao Paulo an den verschiedensten Hochhäusern und den unmöglichst zu erreichenden Stellen, aber auch an Brücken auf der Marginal oder an kleineren Häusern. Deutlich mehr davon bekommt in der Nähe von nicht so guten Ecken in Sao Paulo oder eben direkt in nicht so guten Vierteln zu sehen.

Es gibt Gruppen in der Stadt, die liefern sich ein „Wettrennen“ mit diesen Schmierereien. Wer hat die meisten und die an den höchsten und am unmöglichsten erscheinenden Stellen.

Schönheit steht dabei leider im Hintergrund…

Und jetzt auf portugiesisch

Seit heute Morgen, ganz unverhofft direkt nach dem Wachwerden und noch im Bett beim Kuscheln, ruft der kleine Mann uns „mãe“ und „pai“.

Das heißt Mama und Papa Mutter und Vater auf portugiesisch. Er freut sich dabei sichtlich, ist stolz und scheint ganz genau zu wissen, dass das in der anderen Sprache ist.

Es sind die ersten Worte, die er auf portugiesisch ganz zielgerichtet und vor allem auch oft benutzt – „agua“ kann er zwar auch sagen (und Wasser noch nicht), er benutzt es aber nicht.

Wir finden das sehr schön und ich finde, es hört sich nach einer sehr netten Koseform an. 🙂

Vom Tage

Damit ich nicht den heutigen Blogtod sterben muss… 😉

Gleich geht ein wundervoller Tag zuende, der zwar noch nicht einmal in allem bis ins Detail perfekt gewesen ist, an dem wir nichts außergewöhnliches unternommen oder gegessen haben, der aber einfach trotzdem in sich stimmig und schön gewesen ist.