Frühlings-Ahnungen

Dieses Wetter macht mich feinfühliger, ausgeglichener, aber auch geschäftiger und manchmal auch anders gestresster, weil man ja die maximale Stundenanzahl draußen erreichen möchte, aber drinnen auch noch irgendwie den Haushalt erledigen muss samt Einkäufen.

Somit halten wir uns zur Zeit so gut wie nur noch zur Nahrungsaufnahme und zum Schlafen in der Wohnung auf.

Und in mir steigen Ahnungen vom zukünftigen Leben und -sgefühl im Sommer sowie in der weiten Zukunft auf. Ich beginne zu ahnen, wie es sein könnte, wenn ich einmal alt bin.

Ich erfahre unsere Stadt und Region zusammen mit dem kleinen Mann auf eine ganz neue Art und Weise. Als Studentin habe ich mich früher quasi nur von Café zu Café, Kneipe zu Kneipe, Bar zu Bar und Event zu Event bewegt, dazwischen einige wenige Aufenthalte im Grünen. Wenig zumindest im Vergleich zu heutzutage. Und dabei bin ich der Typ, der sagen könnte: „Und so schick mich nur in die Natur, Herr, und ich werde gesunden.“ Um mal einen Einblick in meine kindliche Erziehung zu gewähren, dem ich heute außer dem Bestandteil der Natur nichts mehr abgewinnen kann.

Entfernungen, die ich früher nicht so ohne weiteres gelaufen wäre, laufe ich heute locker.

Die Kreise innerhalb der Stadt verlagern sich weg von der Uni und dem Zentrum hin zu den grünen Lungen und Randgebieten und wir unternehmen wirklich sehr regelmäßig auch Ausflüge ins weiter entfernt gelegene Grüne. Dabei beginne ich nochmal eine andere regionale Verwurzelung zu entwickeln und meine ahnen zu können, woher das Sprichwort „einen alten Baum verpflanzt man nicht“ her kommt und sich auch den Weg in mein Herz bahnt. Immer tiefer. Und somit wird aus der Nomadin (immerhin schon 18 Umzüge davon vier interkontinentale) so langsam eine Sesshafte, die sich aber in ihrem Herzen davor fürchtet. Denn wer weiß, wo es einen noch in diesem Leben einmal hin verschlagen könnte Globalisierung sei dank…

Ich fürchte, es wird schmerzhaft.