Mit frischen Akkus wieder zurück

Der Großteil unserer Mitbringsel. Wer erkennt was?

  • Ohne Wasser, dafür im feinsten Freitags-Stau innerhalb Sao Paulos ganz gut zum Flughafen gekommen. 100m vor demselbigen festgestellt, dass die Tanke dort dicht gemacht hat, und somit mit dem Mietwagen noch einmal eine 10km weite Schleife zum Tanken genommen.
  • Dann gerade rechtzeitig zurück gekommen. Schnell in den Toiletten wärmere Kleidung übergezogen und eingescheckt.
  • Aufgeatmet, dass ich in weiser Voraussicht die brasilianische Original-Geburtsurkunde in der Handtasche hatte, da bei der Passkontrolle der gerade erneuerte Pass des kleinen Mannes irgendwie nicht ausreichend war…
  • Der Rückflug war dann mehr oder weniger schlaflos für den großen Mann und ich, mögen maximal 3 Stündchen gewesen sein, der kleine Mann mochte so auf 6 gekommen sein.
  • Seither schon mehrere Bewerbungen geschrieben und mit frischen Akkus, aber stark frierend wieder „angekommen“.
  • Was ist das eigentlich für ein Wetter?! Abends und nachts noch schönstes Schneetreiben. Beim Zubettgehen freue ich mich schon auf die Schlittenfahrt zum Kindergarten (also für das Kind, bergab geht es da nicht hin), aber beim Aufstehen zeigt sich ein trübes Tauwetter und draußen auf den Straßen befindet sich tauender Schneematsch auf Eis.  Seit gestern habe ich schon wieder den Anflug von Halsschmerzen. Dabei bin ich doch diesen Winter mit diesem Erkältungskram nicht mehr dran?! (Sep. z.T., Okt., Nov. u. Dez. z.T. sollten doch irgendwie gereicht haben!!!)
  • Gleich dann die Kür im Einkaufsschlittern. Zu Fuß, ohne Schlittschuhe, aber mit Einkaufstrolley.

Spannend

… finde ich es immer auf dem Weg zum Flughafen: Wird man rechtzeitig da sein und den Flieger bekommen? Dazu muss man wissen, dass ich mit einem Mann verheiratet bin, der es auf die Spitze treibt möglichst spät am Flughafen zu erscheinen, damit er keine Zeit „verliert“. Gut, er fliegt beruflich viel, wahrscheinlich wäre ich da nach einiger Zeit auch so drauf. Aber ich, ich fliege eigentlich gar nicht so viel. Erst mindestens einmal im Jahr, seitdem ich den großen Mann gerheiratet habe.

Hier in Brasilien ist es auf dem Weg zum Flughafen dann immer besonders aufregend, denn zwischen unserem normalen Aufbruchsort in Sao Paulo (dem Viertel, in dem wir damals auch gewohnt haben) und dem Flughafen liegen einige Kilometerchen (Diminutiv wird in Brasilien sehr viel genutzt, bin jetzt erst einmal wieder infiziert, nicht wundern) und eventuell noch jede Menge andere Menschen in der ca. 15 Millionen-Stadt und deren Autos, Taxis oder Busse, Lastwagen, Polizeiwagen, Handkarren, Motorräder und weiß der Himmel noch für Gefährten, sprich Stau.

Dieses Mal kommt noch jede Menge Wasser dazu. Gestern Nacht hat es in nur 5 Stunden so viel geregnet wie sonst nur in 15 Tagen im Januar. Mittlerweile sind wegen Erdrutschen und anderem schon 8 Menschen ums Leben gekommen und viere vermisst. Es gab Menschen, die 9 Stunden in ihrem Auto ausgeharrt hatten, weil es nicht mehr vor noch zurück ging. Den ganzen heutigen Tag über war Stau in der Stadt und ein Teil der Stadtautobahn, die Marginal Pinheiros stundenweise gesperrt. Und diese Nacht soll es wieder regnen. Und morgen tagsüber auch.

Und wir brechen dieses Mal nicht von innerhalb der Stadt Sao Paulos auf, sondern ca. 140 km entfernt vom Litoral Norte, dem nördlichen Strand vom Bundesstaat Sao Paulo. Unser Flieger geht erst abends um 20h. Wir hatten schon ohne Regen geplant morgens zwischen 10 und 11 Uhr loszufahren. In Sao Paulo noch einmal gemütlich Mittag zu essen und danach noch ein paar Andenken in Form von Lebensmitteln einzukaufen. Ich wäre dann morgen untröstlich, wenn wir das canceln müssten und direkt zum Flughafen aufbrechen müssten, so ohne brasilianischen Kaffee und speziellen Süßkram von hier…

Es wird also spannend.

P.S.: Einen dicken und herzlichen Geburtstags-Glückwunsch an meine Mama! (Ich denke, Du liest das erst morgen, am 22., daher kann ich das schon so schreiben.) Lass Dich ordentlich feiern und hab einen tollen Tag!!! Wir denken an Dich und vermissen Dich! (Nur, falls wir hier demnächst auf Grund des Regens internettechnisch von der Außenwelt abgeschnitten sein sollten… Alles schon vorgekommen, noch zuletzt heute morgen.)

Strandtag

Am Samstag machten wir uns zum Strand auf: Vollbeladen mit Handtüchern, Büchern, Wasser, Sonnenschutz, Sonnenhüten, Kamera, einem Ball, zwei Stühlen und einem Sonnenschirm. Wir befinden uns in Juquehy. Es ist Hochsommer auf der Südhalbkugel, das bedeutet hier in den Subtropen viel Sonne, eine hohe UV-Einstrahlung, die meist zwischen 10 und 12 liegt, aber auch viele Gewitter und damit verbunden viel Regen. Die Straßen hier im Ort sind von der Haupstraße abgesehen aus Erde und ziemlich aufgeweicht. Pfützen und mit jedem Tag tiefer werdende Löcher müssen umfahren werden. Mit Flipflops ausgestattet rutscht man so vor sich hin. Unsere Pousada, eine Pension, liegt ab vom turbulenten Zentrum auf der dem Meer abgewandten Seite der Haupstraße, somit haben wir es dort schön ruhig (abgesehen von den anderen brasilianischen Gästen der Pousada, die nachts die Klimaanlagen durchlaufen lassen). Zum Strand können wir eine Abkürzung unter der Haupstraße durch nehmen und sind auch in 5 Fußminuten am Strand, die sich allerdings ziehen können, wenn das Kind müde, die Sonne höher steht, heißer wird, und die Sachen auch irgendwie schwerer geworden sind. Nebenher flattern blaue Schmetterlinge. Folgt man der Abkürzung kommt man ganz links am Strand raus, wo ein Fluss ins Meer mündet und das Wasser zwar kühler aber schön ruhig und gut für Kinder geeignet ist. Insgesamt ist der Strand in Juquehy gut für einen Urlaub mit Kindern geeignet, weil es nicht steil ins Meer geht, sondern sehr flach. Der Wind war stark und die Wellen türmten sich weiter hintentrotzdem deutlich über mannshoch auf. Das Wasser ist im Moment so warm, dass selbst ich Frostbeule ohne mit der Wimper zu zucken ohne Luftanhalten und ohne Zögern einfach hinein laufe. Am Strand liegend lese ich und beobachte hin und wieder spielende Kinder und die Massen an umherwandernden Paaren, Freundinnnen und Freunden. Es scheint, als wenn der ganze Strand in Bewegung wäre, schwimmend, plantschend, tobend, mit Bällen, Bodyboards, Schüppen und Schaufeln, Gummibooten  und -Tieren, joggend, spazierend und schwatzend. Unter den Schirmen sitzen nur wenige.

Strandkleidchen? Oder lieber ein neuer Sonnenhut?

Eis?

Unser Lieblingseisdealer der Marke Rochinha. Die haben alle exotischen Früchte als Wassereis und ohne Geschmacksverstärker.

Auch die Kunden auf der anderen Seite des Flusses wollen erreicht werden.

Wie wäre es mit einem Teppich?

Oder doch lieber ein gegrillter Maiskolben?

Regelmäßig kommt einer der vielen „fliegenden“ Händler vorbei. Nicht im Bild eingefangen sind noch diverse andere Händler wie Schmuck- oder Hängemattenverkäufer. Eine Familie brachte einen Hund mit an den Strand. In vielen Gegenden ist es eigentlich verboten, denn früher gab es durch die vielen Hund und vor allem der Hinterbleibsel Probleme mit einer bestimmten Sorte Wurm, die sich durch die (menschlichen) Fußsohlen bohrten und Schaden anrichteten. Mittlerweile ist das aber kein Problem mehr, trotzdem laufen viele Brasilianer generell mit Flipflops am Strand, nicht nur wegen der Hitze des Sandes. Dieser Hund nun machte sich einen Spaß daraus Krebse, Caranguejos (Link in port.) auszubuddeln und dann mit ihnen zu spielen. Eigentlich wollten wir nur 2-3 Stündchen am Strand bleiben und die Mittagssonne lieber dösend in der Pousada verbringen. Leider hatten wir nur keine Uhr mit an den Strand genommen und kamen so doch erst gegen 15h zurück. Die Zeit verflog wie im Fluge. Mal ging der große Mann mit dem kleinen vor bis ans Wasser, mal ich. Wir übten über Wellen zu hüpfen, matschten und versuchten Wasserlöcher zu bauen, tobten durch´s Wasser. Pausen zum Nachcremen zum Beispiel wurden nur kurze gemacht. Es war wirklich kurzweilig und als wir gingen, glaubten wir nicht im Traum daran, dass es schon so spät sein könnte. Nachmittags hatten der große und der kleine Mann dann leider einen Sonnenbrand weg. Da, wo die UV-Shirts genau aufhörten, der Rest war auch wieder gut. Leider hat DM den 40er mineralischen Sonnenschutz für Babys nicht mehr im Sortiment. Mit dem hatten wir es in unseren Jahren hier in Brasilien geschafft, dass der kleine Mann keinen Sonnenbrand abbekam. Der extra wasser- und sandfeste 50er Schutz kam da leider nicht gegen an. Somit stand für uns fest, dass wir am Sonntag einen Tag fern ab vom Strand und vor allem der Sonne verbringen würden.

Unterarme und Knie waren nachher rot.

Morgens dann

Nachdem es den Abend zuvor nicht mit dem Frosch und einem Foto geklappt hat, dann zur Entschädigung heute morgen direkt beim Raustreten dieses Insekt entdeckt. Nachdem ich es vorsichtig mit Stöckchen umdrehte, merkte ich, dass es noch lebte und machte schnell noch ein weiteres Foto von oben bevor es dann auch schon über den Zaun zurück in den Mata Atlantika entschwirrte. Für die Umdrehung habe ich übrigens die Katze im Verdacht. Ich hatte sie noch vom Bett aus vor unserer Tür mehrmals miauen gehört. Wahrscheinlich hat sie mit dem Brummer gespielt.