Vom morgendlichen Streiten

Die Morgende vom kleinen Mann und mir unter der Woche sind momentan alles andere als rosig.

Es wird gestritten, über alles, was es so her gibt. Ums Anziehen und um´s Waschen schon davor und neuerdings auch noch um die richtige Schüssel zum Frühstück, weil getrödelt wird, vom Anziehen bis zum Ankommen im Kindergarten und dort dann auch wieder beim Ausziehen. Und wenn einem gar nichts mehr einfällt, dann kann man auch noch über die Abfolge von bestimmten Arbeitsschritten streiten. Meine Laune stürzt dann in den Keller, wenn er draußen auch noch im Schneckentempo Richtung Kindergarten unterwegs ist, zum Einen, weil wir durch das Streiten schon in der Regel wertvolle Zeit verloren haben und zum Anderen, weil es mir bei den Temperaturen in dem Tempo eisekalt wird. Da kann ich mich in noch so viele Schichten hüllen, mir wird kalt.

Und wissen Sie was, ich bin es leid. So unendlich leid.

Ich mag nicht schon morgens den Tag mit schlechter Laune beginnen. Deshalb denke ich nun ernsthaft darüber nach, eine halbe Stunde vor dem kleinen Mann aufzustehen, damit zumindest ich dann morgens schon einmal fix und fertig bin und mich dann ab ca. 7h nur noch um den kleinen Mann und dessen Ablauf-Bereitschaft um zwanzig nach acht kümmern kann. Eine Stunde und zwanzig Minuten. Da müsste doch Waschen, Anziehen, Toilettengänge, frühstücken und evtl. sogar noch das zweite Frühstück für den Kindergarten vorzubereiten sowie die warmen Schichten für Draußen überzuziehen drin sein. Oder?!

Wie läuft das Morgens denn so bei Ihnen da draußen ab?

Gibt es Tips und Tricks wie Sie Ihre kleinen Kindergarten-Kinder morgens nach Draußen bekommen? Möglichst ohne mehrere innerliche Nervenzusammenbrüche?

Heute morgen habe ich eine Wochen-Tabelle eingeführt. Da kann der kleine Mann nach jedem Morgen ohne Streiterei einen Stern einkleben und wenn wir es drei Wochen ohne Probleme geschafft haben, wird er ein kleines heiß gewünschtes Spielzeug zu seiner Holzeisenbahn bekommen. Ich dachte da so an drei Wochen = drei Jahre alt. Mache mir nun aber Sorgen, ob er so lange durchhalten wird, weil das Erfolgserlebnis bzw. die Belohnung ja nun doch noch eine ganz Weile hin ist. Vielleicht sollte ich noch eine Art Gutschein für eine Woche ohne Streiten bzw. am Anfang drei oder vier Tage ohne Streiten einführen, den er am Wochenende in eine halbe Stunde Fernsehen umwandeln kann.

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10 Gedanken zu „Vom morgendlichen Streiten

  1. Also bei uns ist das nicht anders. Ich frage mich immer, warum Matteo den morgendlichen Ablauf nicht einfach mal derart verinnerlicht, dass es besser läuft, ohne Antreiben und so. Es läuft ja nun bei uns morgens immer gleich ab und er geht ja nun schon seit er zwei ist erst in die Krippe und seit September in den Kindergarten. Allen möglichen Sch*** kann Monsieur sich merken, aber anscheinend nicht, was er morgens zu tun und zu lassen hat…. Ich bin es auch leid, vor allem, weil im Winter wegen der Anzieherei alles nochmal so lange dauert. Ich habe da auch keine Lösung parat. Ließe ich ihn machen, wären wir morgens garantiert nicht pünktlich (oder überhaupt nicht) im Kindergarten, aber das ständige Antreiben müssen nervt mich auch gewaltig.

  2. Ich kann noch eines draufsetzen! ;O) Naja, nicht wirklich, aber wir müssen Bus fahren, das macht die Sache nicht weniger stressig. Von der Mädchenfront kann ich also nur ähnliches berichten. Und wenn alles gut geht, dann geht das Theater spätestens beim Anziehen des Schneeanzuges los und wir verpassen mindestens einen Bus, weil die Dame unter großem Gewimmer noch ihre Tasche mitnehmen muss, ihr „Handy“ (Spielzeugtelefon) nicht finden kann oder einfach keinen Lust hat die Beine in den Anzug zu stecken. Irgendwie macht da auch das Einkalkulieren von Extra-Zeit keinen Unterschied. Wobei, manchmal klappt es auch recht gut, ich bin dann immer überrascht und extra gut gelaunt. Neulich habe ich sogar freiwillig (!) einen Kuss (!) zum Abschied bekommen. Normalerweise wendet meine Tochter mir sofort nach dem Ausziehen im Kindergarten den Rücken zu und verschwindet wortlos im Gemenge (in bester Laune natürlich). Ab März darf ich das Spielchen dann mit beiden Kindern exzerzieren – mein Grauen ist unendlich ….

  3. Mein erster Kommentar hier – obwohl ich schon länger lese, was darauf schließen läßt, dass mir dieser Blog hier gefällt 🙂
    Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass ich Deine Zweifel teile, was das Durchhaltevermögen über einen Zeitraum von drei Wochen angeht. Mit drei Jahren ist das, glaube ich, völlig endlos. Außerdem würde ich das „streiten“ vielleicht etwas konkretisieren – also z.B. wenn es beim Anziehen keine Diskussionen gibt, oder ihr pünktlich im Kindergarten ankommt. Streiten ist so subjektiv, finde ich – ist das mit Weinen verbunden oder mit auf den Boden werfen, oder dreimal lautes „Nein“? Wann fängt ein Streit an?
    Ich wünsche Dir gute Nerven – und muß gestehen, dass es mir fast immer schwerer viel, solche Pläne durchzuhalten, als meinen Kindern (sind schon ein bißchen älter) – weil ich sie irgendwie nur halbherzig gut fand; wahrscheinlich, weil alle um mich herum immer mit solchen Plänen gearbeitet haben. Ich bin da, glaube ich, ein bißchen komisch. 😉 Außerdem ist es m.M. nach auch vom Kind abhängig, wie gut das funktioniert.
    Ich habe für mich festgestellt (rückblickend, bitte nicht glauben, dass ausgerechnet ich in solchen Phasen entspannt und locker war), dass es immer dann wieder lief, wenn ich WIRKLICH die Nase voll hatte und mir die „es ist nur eine Phase“ – Nummer zu bunt wurde . Vielleicht war es dann was in der Stimme, der Haltung… das ins Trotzzentrum vorgedrungen ist?
    (Funktioniert jetzt, wo ich es mit einem Pubertisten zu tun habe, übrigens überhaupt nicht mehr.)
    Ich wünsche Dir viel Erfolg und hoffentlich bald einen ruhigeren Start in den Tag!

    Christina

  4. Jo! Kenn ich, und das gleich mal 3. Am unproblematischsten läuft es, wenn ich mit Blödsinn mache (Wettanziehen, das Morgenungeheuer knurrt und faucht um die Wette etc pp) aber dazu hab ich natürlich auch nicht dauernd Lust.
    Wir müssen um 7h45 gestriegelt im Auto sitzen, weil 1. Samuel zur Schule und danach die Mädchen zum Wakiga gebracht werden. D.h. im Klartext, eigentlich 6h aufstehen für mich, die Kids um 6h30-6h45. Ich bereite Abends alles vor, sprich die Butterbrotdosen, Anziehsachen, Waldsachen, lege ich schon hin. Frühstück gibt es erst für angezogene Kinder, danach Zähne putzen, Waschen Bürsten, Waldklammotten und Jacken an und los. Diese Reihenfolge bleibt immer gleich. Mehr Zeit gibt es nicht, da die Kids sonst ins Spielen verfallen (alles schon getestet) Klar wird bei uns auch gezofft, geärgert, gemuffelt und getrödelt. Am zuverlässigsten ist Luzia (die Mittlere) und auch Teresa(3) zieht sich meist bereitwillig selbst an. Samuel, der eigentlich mit 7 schon alles allein bewältigen sollte, braucht morgens derzeit Spezialbehandlung mit Anziehen helfen etc. Keine Ahnung warum, aber ich gehe einfach nicht mehr auf Konfrontation. Er brauchts halt und ich mache es solang, wie es wieder besser geht.
    Mein Ziel ist es noch, bevor der Stress anfängt, ein paar Yogaübungen zu machen, aber da müsste ich noch früher aufstehen und ich bin solch ein Morgenmuffel. Aber angezogen und fertig bin ich auf jeden Fall, wenn ich die Kids wecke. Das hilft enorm und unterstützt Deine Chef-Position 😉
    Ist sicher nur eine Phase. Wird schon wieder!
    LG Eva

  5. p.s. warum nicht in den buggy packen und zum kiga schieben??? ich würd mal kurzfristig auf alle prinzipien pfeiffen. ist kurzfristig auch ok!

  6. Bei uns klappt das immer ganz gut mit ‚Belohnen‘. Wer 10 Minuten vor Abfahrt gefruehstueck und Zaehne geputzt hat, angezogen und gekaemmt ist, der darf den Rest der Zeit
    – kurz an den Compi (Facebook, auf der Farm ernten 🙂
    – noch kurz was im Fernsehn anschauen
    – oder mich oder GG fuer exklusive 10 Minuten buchen (was vorlesen, was vorgelesen bekommen, oder, oder, oder)

    Klappt nicht immer, aber meistens.

    Bis wir darauf gekommen sind, gab’s immer nur Gebruell und Geschrei und Verweigerung.

    Muss allerdings dazu sagen, dass wir mit Medienzeit (also Compi und Fernsehn) sehr geizig sind und dass das schon was ganz, ganz besonderes ist. Vor allem morgens. Und wer jetzt denkt, wir gucken JEDEN morgen, der irrt. Irgendwann schleicht sich dann auch bei den Kindern wohl das schoene Gefuehl ein, wenn’s morgens rund laeuft. Auch ohne Fernsehn.

    ‚Kleiner Koenig‘ waere fuer den ‚kleinen Mann‘ doch angebracht, oder?

    lg
    Thaimo

  7. noch was: ich meide diese belohnungsnummer, weil mir persönlich sehr wichtig ist, dass das, was wir da morgens machen, zum normalen leben gehört. anziehen, essen, badezimmer und fertig machen. da finde ich so belohnungspunkte einfach erpressung „wenn-dann“. ich hatte es auch schon in erwägung gezogen, und einige machen es im kiga auch, aber wenn die belohnungsnummer dann weg ist, geht das gleiche theather wieder von vorn los (logisch). ich finde das prinzip „nur wenn du das tust wie ich will dann darfst du das und das“ irgendwie unfair. es gibt bestätigung nur, wenn etwas gut klappt = wenn du nicht funktionierst, akzeptiere ich dich nicht. mir hat da das buch „das kompetente kind“ von jesper juul die augen geöffnet. dieses belohnungsprinzip, wenn das kind etwas gut macht, ist seiner meinung nach die grundlage für leistungsprinzip unserer gesellschaft: du bist nur etwas, wenn du das und das hast/kannst/machst.
    ich habe mir angewöhnt, die kinder wahrzunehmen in ihrer stimmung. guter ablauf = positive verstärkung durch meine wahrnehmung (das hat toll geklappt heut morgen und seht ihr, wie schön das ist?) und wenns nicht klappt, zu helfen. und klar, platzt mir der kragen auch und ich motze rum. hab auch samuel schon bewusst zu spät kommen lassen (konsequenz kommt durch die lehrerin von allein!) wir sind menschen. aber eben die situationen nicht durch zuneigung ja/nein bewerten.
    lg eva

  8. Wir haben im Augenblick nicht nur morgens Streit und das Tochterkind ist schon fünf. Ich habe ihr gesagt, drei Tage ohne Schreien wäre eine Kleinigkeit zu naschen, eine Woche eine Kleinigkeit zu Spielen wie Haarspangen und Co. Aber sie hat es genau einmal geschafft drei Tage am Stück nicht auszuflippen. Jetzt überlege ich das gleiche wie eine Freundin mit ihrem 6 Jährigem Sohn, die 50 Sterne sammelt, d.h. wenn er einen Tag nicht pünktlich aus der Schule kommt wird er nicht bestraft, sondern nur der Stern bleibt aus. Wir hatten das System: Gewitterwolke/Blume. Und ich mag sowas gar nicht. Aber ich war/bin hilflos. Also wenn mir noch was einfällt wäre ich selbst sehr glücklich und gebe meine Tipps dann gerne weiter 🙂

  9. Ich muss die Damen vielleicht ein bisschen enttäuschen, aber sowas lernen sie nie… Meine grösste Grosse wird jetzt 10 und wir haben das Spielchen JEDEN Morgen. Sie wälzt sich nicht mehr schreiend auf dem Boden, aber sie vergisst auch JEDEN Morgen, dass sie aufstehen muss, sich anziehen, die Haare kämmen, etwas frühstücken und EINE JACKE mitnehmen muss. J.E.D.E.N. Morgen seit naja so rund 9 Jahren.
    Dazu dann ein 3jähriger, der je nach Laune sich nicht anziehen will/eine Stunde frühstückt/genau DIESE eine CD nicht findet oder absolut keine Schuhe hat mit denen er ausser Haus gehen könnte. Plus – seit heute – Kleinkind, die damit wohl auch bald loslegt.
    Mein Weg ist der des geringsten Widerstandes. Ich schaffe es mittlerweile meistens aufzustehen ohne dass mir die Kinderschar sofort auf Fuss folgt, so bin ich schon angezogen, wenn ich die Kinder wecke. Dann rede ich mir den Mund fusselig (oder nicht, denn wenn ich mich aufrege dauert es exakt genauso lange wie wenn ich ruhig bleibe) dass Madame B. sich anzieht und ziehe dabei zuerst Freund Blase oder Erna an, je nachdem wer weniger Theater macht. Anziehen dauert so 20-30Minuten… (Meistens ist Madame B. schlecht gelaunt, provoziert ihren Bruder bis zum äussersten und es gibt spätestens beim Frühstück Streit.) Wo ich Kompromisse zulasse des lieben Friedens willen: die Kinder dürfen EIN Spielzeug mitschleppen, Türen auf/zumachen (muss irgendein Zwang sein, dass es Kindern sooo wichtig ist, wer da den Knopf drückt oder den Schlüssel dreht…), im Auto die CD aussuchen und DJ spielen, von mir aus im Winter mit Crocs loslaufen (ich nehme dann die festen Schuhe unauffällig mit und sage in der Kita Bescheid ;-)) – so Dinge halt, die bedeutend schneller gehen als es auf einen Kampf ankommen zu lassen.
    Mit Fernsehen morgens habe ich schlechte Erfahrungen gemacht 😉

  10. Ich danke Euch allen für die Antworten! Wenn es passt, erzähl ich später noch von den Erfolgen der Tabelle. Lässt sich gut an. Nur so viel: Aufkleber aufkleben zu dürfen, wenn es gut geklappt hat, reicht momentan als Motivation. 🙂

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