Kurz-Schnipselei

  • Nach nur 5 Tagen zurück in Deutschland waren wir, der kleine Mann und ich, schon wieder verschnupft und hatten Husten. Bei mir sind wieder die Nebenhöhlen dicht, ich höre schlecht und habe einen unglaublichen Druck, so dass ich sogar Zahnschmerzen davon habe. Der kleine Mann hat feinsten Husten, eine dauerlaufende Nase und seit gestern auch Ohrenschmerzen, wohl eine Mittelohrentzündung. Seit heute schließt sich uns der große Mann mit Schnupfen und Husten an. Ansonsten gibt es über die letzten bloglosen Tage nichts weiter zu schreiben. Das Kranksein hat uns gereicht…
  • Trotzdem oder gerade deswegen machen wir es uns heute gemütlich mit der Torte da links (und einem Maiskuchen aus Brasilien, habe eine Backmischung mitgebracht aus dem Urlaub, Foto davon später) und es kommen meine Mutter, meine Schwester, meine Cousine samt Kindern und meine Großtante zu Besuch. Immerhin haben wir uns alle seit Weihnachten nicht mehr gesehen und wer weiß, wann wir das nächste Mal wieder gesund sind… Wir sind auch alle fieberfrei.
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Mit frischen Akkus wieder zurück

Der Großteil unserer Mitbringsel. Wer erkennt was?

  • Ohne Wasser, dafür im feinsten Freitags-Stau innerhalb Sao Paulos ganz gut zum Flughafen gekommen. 100m vor demselbigen festgestellt, dass die Tanke dort dicht gemacht hat, und somit mit dem Mietwagen noch einmal eine 10km weite Schleife zum Tanken genommen.
  • Dann gerade rechtzeitig zurück gekommen. Schnell in den Toiletten wärmere Kleidung übergezogen und eingescheckt.
  • Aufgeatmet, dass ich in weiser Voraussicht die brasilianische Original-Geburtsurkunde in der Handtasche hatte, da bei der Passkontrolle der gerade erneuerte Pass des kleinen Mannes irgendwie nicht ausreichend war…
  • Der Rückflug war dann mehr oder weniger schlaflos für den großen Mann und ich, mögen maximal 3 Stündchen gewesen sein, der kleine Mann mochte so auf 6 gekommen sein.
  • Seither schon mehrere Bewerbungen geschrieben und mit frischen Akkus, aber stark frierend wieder „angekommen“.
  • Was ist das eigentlich für ein Wetter?! Abends und nachts noch schönstes Schneetreiben. Beim Zubettgehen freue ich mich schon auf die Schlittenfahrt zum Kindergarten (also für das Kind, bergab geht es da nicht hin), aber beim Aufstehen zeigt sich ein trübes Tauwetter und draußen auf den Straßen befindet sich tauender Schneematsch auf Eis.  Seit gestern habe ich schon wieder den Anflug von Halsschmerzen. Dabei bin ich doch diesen Winter mit diesem Erkältungskram nicht mehr dran?! (Sep. z.T., Okt., Nov. u. Dez. z.T. sollten doch irgendwie gereicht haben!!!)
  • Gleich dann die Kür im Einkaufsschlittern. Zu Fuß, ohne Schlittschuhe, aber mit Einkaufstrolley.

Thema Kinder-Fremd-Betreuung

Eigentlich habe ich dort noch einen Kommentar zum Thema Kinder-Fremd-Betreuung und ab welchem Alter diese nun gut ist hinterlassen wollen, der bislang aber nicht freigeschaltet worden ist. Daher dachte ich mir, ich veröffentliche meine Ergänzungen dazu einfach direkt hier:

Ein bißchen spät mein Kommentar, aber ich bin erst jetzt [gestern um genau zu sein, Beitrag in dem Blog stammt vom 19.10.] drauf gestoßen und da hier bestimmte Dinge noch nicht erwähnt wurden, ergänze ich mal ein bißchen zur Geschichte der Kindergärten in Deutschland.

Die Kindergarten-Idee stammt somit also aus dem 19.Jhd. – so furchtbar viele Generationen wie beschrieben haben demnach noch gar nicht in Kindergärten ihr Kleinkind-Alter verbracht. Vor dieser Zeit lebten die Kinder neben ihren zum Beispiel als Bauern oder Handwerker arbeitenden Eltern her, beaufsichtigten sich gegenseitig oder wurden von den Eltern, Großeltern, Nachbarn etc., wer gerade da war mit einem Auge bei ihren täglichen Aufgaben bedacht. Diese Kinder wurden tatsächlich schon sehr viel früher erwachsen als unsere heutigen… Es gibt da ja auch so dustere Kapitel wie Kinderarbeit hier in Europa und sogar in Deutschland…
Der von Frau Brüllen empfohlene Blick ins Ausland ist auch nicht so verkehrt. Wir lebten bis letztes Jahr für ganze drei Jahre in Brasilien. Dort arbeitet “frau” bis zur Geburt und hat danach gerade einmal 8 Wochen Mutterschutz. Egal in welcher Schicht die Frauen gehen danach in der Regel direkt wieder arbeiten, alle aus finanziellen Gründen [Oberschicht ausgenommen]. Die Kinder der unteren Schichten beaufsichtigen sich entweder gegenseitig auf der Straße oder werden von älteren Nachbarn, wer gerade arbeitslos ist  o.ä.beaufsichtigt. Die Kinder ab ungefähr Mittelschicht haben Kindermädchen oder die Großeltern. Dort gibt es andere “Probleme” mit den Kindern, aber die Pubertierenden z.B. lehnen sich nie so stark gegen ihre Eltern auf, wie es die im selben Alter hier in Deutschland tun. Es herrscht mehr Respekt im Umgang miteinander. Ich habe das Gefühl, weil es für die brasilianischen Jugendlichen immer etwas “Besonderes” darstellt, wenn die Eltern Zeit haben. Diese Zeit ist zu schade um mit den Eltern zu streiten bzw. einfach sehr wertvoll. Besonders gestört sind mir die Jugendlichen dort nicht vorgekommen.

Unglaubliches geschah am letzten Freitag

Eine sehr liebe Freundin noch aus der Zeit in Brasilien (sie war mit ihrer Familie auch als Expats in Sao Paulo) war mit ihrem kleinen Sohn bei uns zu Besuch. Das letzte Mal haben wir uns im Dezember gesehen. Sie wohnen ja glücklicher Weise wieder nicht allzu weit entfernt. 🙂

Der kleine Mann kennt sie und ihren Sohn seit seinem 4. Lebensmonat ungefähr und ich mag sie so sehr, dass ich den kleinen Mann auch schon einmal ohne zu zögern zu ihr in Obhut gegeben habe.

Am Freitag nun saßen wir Frauen sage und schreibe etwas mehr als 4 Stunden in der Küche zusammen und haben uns über Gott und die Welt und unsere Familien im Besonderen unterhalten und quatschten und quatschten und konnten Satz um Satz ohne Unterbrechung austauschen. Und das lag nun nicht etwa daran, dass der große Mann noch da gewesen wäre und die beiden Jungens bespaßt hätte, sondern einfach daran, dass diese Zwei sich ganz wunderbarst verstanden haben! Wir haben die Zwei nicht einmal streiten gehört, es wurde nicht einmal handgreiflich zwischen den Beiden und wir mussten genau einmal moderieren, wer wann wie auf das Bo.bbycar könne. Ansonsten wurde gespielt und zwar *kurzeunterbrechungfürtrommelwirbelundtuschimhintergrundalsankündigung-kanndasjetztnocheinerlesen?!* 😉 z u s a m m e n.

Die Zwei sind beide noch keine 3 Jahre alt!!!

Für uns beide als Mütter mit diesen Jungen war das die Premiere und Attraktion schlechthin! Gegenseitig klopften wir uns auf die erzieherischen Schultern und saßen ganz entspannt und vollkommen seelig lächelnd auf den Küchenstühlen und sahen und hörten unseren Kindern aus der Ferne zu, bzw. schauten total verzückt, wenn sie mit Spielzeug zur Demonstration auch einmal in der Küche vorbei kamen. Zwischendurch diskutierten wir über brasilianische und deutsche Erziehungsstile und klopften uns wiederholt Sie wissen schon wohin. 😉

Am Wunderbarsten war es zum Ende hin, als die Zwei zum wiederholten Mal an diesem Nachmittag sich eine Eisenbahn-Schlängelstrecke gelegt hatten – dies Mal für uns gut einsehbar im Flur vor der Küche – und nun eine Lok mit jeder Menge Männchen drauf zwischen sich hin und her fahren ließen. Also der Eine saß am einen Ende der Strecke, der Andere am anderen, sie setzten die Lok immer wieder um nachdem sie die Männchen neu drapiert hatten. Der kleine Mann brauchte einmal wegen einiger „Unfälle“ ein wenig länger und vom anderen Ende tönte es wiederholt total nett „wo bleibt denn nur der Zug?“ oder noch netter „wann kommt denn eeeeeendlich der Zug?“, aber der kleine Mann ließ sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen, versuchte weiter mit einer erstaunlichen Ruhe die Figürchen so zu drapieren, wie er sich das vorgestellt hatte, und vollendete dann irgendwann sogar den Satz von drüben. 🙂

Meine Güte, das war ein entspannter Nachmittag und spontan auch noch früher Abend zusammen! Wir mochten die Kinder gar nicht aus ihrem Spiel trennen, so schön war das anzusehen. Ein wenig davon hat dann sogar noch der große Mann mitbekommen, der jetzt wahrscheinlich wieder der Ansicht ist, dass es sich Hausfrauen doch ganz schön gut gehen lassen. Bin mal gespannt, wie lang ich da jetzt gegen reden muss, bis das Bild wieder korrigiert ist. *g* 😉

Ich hoffe, Sie nehmen das Letztgeschriebene jetzt nicht ernst. Ich versuche nur mal ein wenig witzig zu sein, was ich aber eigentlich gar nicht bin. Ich kann mir zum Beispiel nicht mal einen Witz merken, noch nicht einmal in meinem Leben ist mir das gelungen. Und da bin ich das Witzigsein auch einfach nicht gewöhnt. Eher das Albernsein.

Handfeger versus Tischfeger

Jeden Morgen wenn ich den Handfeger benutze um die Katzenstreu-Krümel zusammen zu kehren, zaubert sich ein Lächeln auf mein Gesicht. Ich denke dann an Brasilien und unsere F. und den Gärtner an einem schönen sonnigen und warmen Morgen in Brasilien. Der Gärtner war zum ersten Mal bei uns und ich hatte ihm den Handfeger raus gelegt, den er erst gar nicht benutzen wollte. Als er vorne mit dem Zusammenfegen fertig war, gab er F. den Handfeger wieder mit hinein und sagte ihr ganz behutsam, dass er diesen auch quasi gar nicht, nur ein bißchen, benutzt habe und sie ihn drinnen jetzt wieder haben könne. F.s Gesicht dazu war göttlich erstaunt und angeekelt zugleich; denn in Brasilien gibt es in dem Sinne gar keine Handfeger, sondern nur _Tisch_feger. Die Dinger sehen genauso aus wie unsere Handfeger, heißen aber Tischfeger und werden nur dazu benutzt, die Speisekrümel vom Tisch zu fegen. Ergo fegt man mit den Tischfegern nicht über den Boden und schon gleich gar nicht draußen. Außer eben in unserem deutschen Haushalt, aber das konnte der Gärtner natürlich nicht wissen und ich hatte bis zu dem Moment auch schon wieder vergessen, dass Tischfeger auf dem Boden Tabu waren und verstand so erst im Nachhinein, warum der Gärtner den Handfeger erst nicht annehmen wollte.

Und jetzt könnt Ihr und Sie Euch bestimmt die Geschichte quasi andersrum vorstellen: An einem der ersten Tage F.s bei uns, als ich sie sah, wie sie mit dem Handfeger die Frühstücks-Krümel vom Tisch fegte… Nachdem ich zuvor schon ca. 7 Monate lang die Katzenstreu-Krümel vom Boden zusammen gefegt hatte. Nach einer Erklärung hat sie das natürlich nie wieder gemacht.

Vom Vermissen

Hallo Sonne?!

Es ist gleich zwanzig vor neun und wir müssen in einer dritten Etage wohnend immer noch die Lichter an lassen. Ich finde das abendliche frühe Dunkelwerden gar nicht so schlimm, immerhin wurde es in Brasilien, Sao Paulo, die Winterhälfte über auch immer schon um 18h duster, konstanter zwar wegen dem Breitengrad auf dem es liegt (und im Sommer übrigens immer schon um spätestens 20h…), aber irgendwie immer noch früh. Aber morgens war es dann doch auch im Winter immer um 7h hell. Und klar, es gab auch einmal dustere und graue Phasen im Winter, und den letzten September haben wir verzweifelt und umsonst auf ein schönes sonniges Wochenende vor unserer Rückwanderung gewartet, damit wir noch einmal an den Strand fahren konnten, aber zwischendurch in der Woche gab es durchaus sonnige Tage. Nun gut, der letzte sonnige Tag liegt jetzt hier wo wir aktuell wohnen noch nicht sooo lange zurück. Es war Sonntag. Aber dieses schmuddelige Einheitsgrau ohne jegliche Abstufungen und Konturen in der Wolkendecke, das ist jetzt auf die Dauer doch ein wenig nervend. Jawoll! Ich liebe auch einmal graue Tage dazwischen und im November vor allem die stürmischen, wenn der Himmel alle möglichen Grauschattierungen zeigt (in Sao Paulo war es kaum mal windig), als wenn man das umgekippte Meer der Nordsee am Himmel sähe, also Wellen von unten. Aber dieser einheitliche Grauton des Dezembers, den mag ich nicht. Der ist nur zu ertragen, wenn es auch mal schneit…

Was ich in geraumer Zukunft mal sehr vermissen werde, wird die Baustelle sein. *seufz* Das Gebäude ist mittlerweile ganz abgerissen bis auf Reste an einem anderen Gebäude, die jetzt quasi von Hand abgetragen werden müssen. Außerdem wird das Geröll nun abtzransportiert und auf Container gebaggert und bestimmt wird noch irgendwas Neues auf dem dann freien Gelände erbaut werden. Also noch ist nicht recht abzusehen, wann es hier nichts mehr zu sehen geben wird, aber der Tag wird für den kleinen Mann traurig werden, ganz bestimmt. Für mich dann auch. So kann ich nämlich noch einmal mit dem Laptop auf dem Bauch zurück ins Bett. Der kleine Mann sitzt auf einem kleinen Kindersessel in der Küche am Baustellen-Panorama-Fenster und verfolgt jede Veränderung. Das macht er mehrmals täglich, ganz ruhig dort sitzen und nur zuguckend. Pause machend. Auch wenn wir Zwei uns mal gestritten haben nach einem Trotzanfall oder so, verzieht er sich dorthin und macht einen Moment Pause. Diese Ruhe zwischendurch wird mir fehlen, irgendwann. Da nehme ich die dezente Lärmbelästigung der Baustelle doch gern in Kauf. *g*

Heutiger Tag vor allem kulinarisch

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  • Rosenkohl mit Muskat und Basilikum würzen (neben Brühe, Salz und Pfeffer) und dann in Sahne ertränken ist super lecker – leider bisher nur für mich, na ja kann ich morgen noch einmal von essen
  • Wie gesagt, meine „eigenen“ Rezepte (also über ein paar Jährchen gesammelte für leckerst empfundene) sind noch in Kisten verschollen und so backte ich heute nach dem Rezept vom Traumberg diese „Naschkekse“ (oder auch Ausstecherle genannt), für die ich bisher eh noch kein Rezept hatte, die aber ja nun mal mit Kindern der Klassiker sind. Lecker sind ´se geworden (wenn auch ein wenig zu lang in meinem Ofen, 10-12 Minuten reichen da wohl) und authentisch wie im Rezept mit saurer Sahne zubereitet. Den Tip für das Rezept habe ich übrigens von Frau Antonmann. Und Kari hat mir netterweise heute auch noch in Sachen Plätzchenrezepte weiter geholfen – vielen Dank, jetzt kann es hier ja losgehen. *g*
  • Unsere Deko wird auch so nach und nach umgestellt, aber irgendwie habe ich im Keller auch nur einen Teil in einer kleinen Kiste ausgemacht. Da fehlt noch einiges, aber so „richtig-richtig“ ist mir noch gar nicht danach. Der Engel und der immer noch halb fertige Adventskalender in der Küche kamen mir am Anfang schon sehr komisch vor. Vielleicht liegt es daran, dass wir die Vorweihnachtszeit und auch Weihnachten in den letzten Jahren so in ganz anderen Breitengraden verbracht haben. Und auch mit deutlich weniger Schmuck.
  • Dem kleinen Mann geht es besser, sprich, das Fieber ist runter bis auf erhöhte Temperatur, aber Schnupfen und Husten begleiten ihn noch. Ich fühle mich zwar ab und an auch ein wenig angeschlagen, aber ein Salbei-Bonbon hin und wieder kann beginnende Symptome bisher vertreiben. Es fühlt sich so an, als wenn der Rückzug nach Europa mit weniger Infekten verlaufen wird für uns. Als wir vor drei Jahren nämlich nach Brasilien gingen war ich das erste Jahr über mehrmals wirklich sehr sehr vergrippt, so schlimm, wie ich es auch aus Kindheitstagen nur noch vage in Erinnerung hatte. Das war ganz schön anstrengend erst schwanger und dann stillend. Beim großen Mann zumindest flaute die Infektrate damals schon ab, war er doch schon das dreiviertel Jahr vorher immer hin und her geflogen und in der Zeit ständig erkältet gewesen. Anscheinend mussten sich unsere Körper an die in Brasilien herum schwirrenden lokalen Erreger erst einmal anpassen.