Meilenstein

Seit heute Abend kann der kleine Mann hüpfen!!! 🙂

Von ihm lange herbei gesehnt, wurde das mit wundervollem Kinderlachen und Applaus gefeiert.

Jetzt müssen wir unbedingt bald wieder in den Club Hípico, denn da steht auf dem Spielplatz ein wirklich großes Trampolin, auf dem der kleine Mann schon stundenlang gespielt hat. Also drin herum gedüst ist und sich von uns hüpfend „niederreißen“ lassen. Mal sehen wie er es findet, wenn er nun selber drin hüpfen kann.

Und jetzt auf portugiesisch

Seit heute Morgen, ganz unverhofft direkt nach dem Wachwerden und noch im Bett beim Kuscheln, ruft der kleine Mann uns „mãe“ und „pai“.

Das heißt Mama und Papa Mutter und Vater auf portugiesisch. Er freut sich dabei sichtlich, ist stolz und scheint ganz genau zu wissen, dass das in der anderen Sprache ist.

Es sind die ersten Worte, die er auf portugiesisch ganz zielgerichtet und vor allem auch oft benutzt – „agua“ kann er zwar auch sagen (und Wasser noch nicht), er benutzt es aber nicht.

Wir finden das sehr schön und ich finde, es hört sich nach einer sehr netten Koseform an. 🙂

Auflösung: duf

Da sich niemand getraut hat zu raten (ganz unten), was aber auch ohne jegliche Situationsbeschreibung zugegebener Maßen recht schwer war, werde ich jetzt einmal auflösen:

Das Wort, dass der kleine Mann letzte Woche so schön als 7., 8. oder keine Ahnung wievieltes Wort überhaupt gelernt hat, ist „doof“.

Mir hat es sehr schön vor Augen geführt, dass man ab jetzt zweifelsohne immer „Herr seines Mundes sein sollte, um nicht Sklave seiner Worte zu werden“ (brasilianisches Sprichwort), also einfach noch mehr auf seine Worte achten sollte. Immerhin kann man jetzt vielleicht sagen, dass der kleine Mann eine gewisse Kindergartenreife erworben hat.

Ok, doof ist jetzt nicht so das schlimme Wort verglichen mit den ganzen Wörtern von C. Roche, aber wehret den Anfängen!

[Erlernt hat er das übrigens in folgendem Zusammenhang: Seit einigen Tagen hat er wieder das schöne „ich schütte mal eben meinen Becher um und beobachte die Fall- und Ausbreitungsgeschwindigkeit und außerdem verschmiere ich es weiter“ entdeckt.]

Kleiner Mann im Mittelpunkt, Nr.3

Es ist mal wieder soweit für die Großeltern ein paar Neuigkeiten vom kleinen Mann zum Besten zu geben.
Lieblingsspielzeug

Wir kamen aus dem Urlaub und mit einem Male konnte der kleine Mann hervorragend puzzeln und Leg.osteine (die für die Kleinen) zusammensetzen, wie aus dem Nichts angeflogen diese Fertigkeiten. Damit beschäftigt er sich jetzt manchmal mehr als eine Stunde lang. Natürlich tut er das allerdings nicht alleine, das muss ja entsprechend wahrgenommen werden und Häuser entstehen da ja auch noch nicht draus. Alleine wird ihm das nach maximal fünf Minuten zu langweilig, aber das ist ja auch verständlich. Ich freue mich sehr über seine Ausdauer mit mir zusammen und über die ruhigeren Intervalle zwischen toben, Ball spielen, fangen, malen mit den unterschiedlichsten Materialien, alles Mögliche aus- und umzuräumen, die Puppe an- und auszuziehen und einfach so Quatsch zu machen.

Malen

Nach dem anfänglichen unreflektierten Krickelkrakel zeichnet sich immer mehr ab, dass er beginnt, gezielt Effekte einzusetzen, wie rund oder eben zickezacke zu malen oder auch mal nur „Regen“. Außerdem fängt er an, sich für Farben zu interessieren und zeigt ganz genau, welche er haben möchte. Faszinierend war auch die erste Begegnung mit Kleber, der nicht ohne weiteres abzustreifen ist. Er liebt es, erst Papierschnitzel zu reißen, damit eine ganze Weile „Regen“ zu produzieren, dann den Kleber zu verteilen, Papierfetzen draufregnen zu lassen und dann wird genüsslich und mit einer Ausdauer seines Gleichen alles wieder ab gezogen – erst zum Unverständnis meiner Wenigkeit, die ihm schmackhaft machen wollte, dass die Collage doch auch schon schön sei; nun gut, sein Spaß daran, sieht eben anders aus.

Musik

Nachdem ich im letzten Bericht schrieb, dass der kleine Mann gelernt hat zu pusten, ist er seither ein „Fauchkind“ geworden. Keine Fluse, kein Haar, kein Blatt etc., an dem er vorbei könnte, ohne zu probieren, ob es sich nicht weg pusten ließe. In der Musikstunde zu der selten dämlichen Uhrzeit (verkehrstechnisch betrachtet) sind wir wohl aus dem Grund immer noch meist alleine. In den ersten beiden Stunden war es ein wenig mühsam für die Lehrerin und mich, den kleinen Mann bei Laune zu halten bzw. seine Aufmerksamkeit zu halten. Doch jetzt scheint er sich dran gewöhnt zu haben und es ist in der Regel überhaupt kein Problem mehr. Die Lehrerin und er haben jetzt ihren Rhythmus gefunden und der kleine Mann fängt an wirklich tolle eigene Einfälle zu entwickeln, was man mit den Musikinstrumenten noch so alles anstellen kann. So hat er zum Beispiel entdeckt, dass wenn man Rasseln auf die große Trommel legt und diese dann schlägt, nicht nur auch die Rasseln Geräusche machen, weil sie je nach Stärke der Schläge hoch hüpfen, sondern auch mit der Zeit von der Trommel fallen – derzeit ist es sein Lieblingsspiel. Wenn noch andere Kinder dabei wären, gäbe es nicht so viel Zeit um ihn einfach mal in Ruhe seine eigenen Entdeckungen machen zu lassen.

Auf dem Spielplatz

Rutschen, matschen, fangen spielen, wippen und mehr zum Ausruhen schaukeln, was auch ohne Babyschaukel immer besser klappt. Im Sportclub kann er auf zweien sogar schon ganz alleine schaukeln, sich alleine setzen, anschubsen und auch alleine wieder aufhören. Die Schaukeln bestehen allerdings aus keinem Holzbrett als Sitzplatz, sondern aus einem weichen, anschmiegsamen alten Autoreifen-Gummi. Eine immer stärkere Anziehungskraft übt das Klettergerüst aus, welches nur aus schmalen Eisenstangen besteht und so ein hohes Quadrat auf dem Spielplatz ist. Ich weiß gar nicht, ob es eine solche Art Klettergerüst noch in Deutschland gibt, oder sie von denen bestehend aus Tauen vollständig abgelöst wurden. Auf jeden Fall kommt er zu unserem Leidwesen äh unserer Freude schon auf die zweite Ebene, ist aber eigentlich noch mindestens eine Stufe zu gefährlich…

Abgeguckt

… hat er sich schon so einiges von uns, aber das eindrücklichste zur Zeit ist das mit dem Strohhalm im Saft drin rum gestochere, was er eindeutig von mir hat. Und wenn er ja sagen möchte, dann sagt er hm, dieses hm, was wir eigentlich einsetzen, wenn wir so ein wenig kritisch „hm“ zu etwas sagen.

Sprachentwicklung

Nachdem er neben Mama, Papa, Bilder, gagag (Enten), wawa (Hunde), tut (Auto) nun auch Mimi (Milch) gelernt hat, beginnt er jetzt immer mehr nach zu plappern. Das Lernergebnis dieser Woche ist „duf“ und ich frage mal in die Runde, was er damit wohl meinen könnte?

(Es ist auf jeden Fall ein deutsches Wort.)

Krankheiten

Im Augenblick hat er Fieber und schläft deswegen auch schon wieder nach nur zwei Stunden wachsein seit seinem morgendlichen Aufstehen und dies auch schon wieder für zwei Stunden. Über Nacht kam es und da er gestern schon ab und an gehustet hat, denke ich, dass er sich mit der hier umgehenden Grippe infiziert hat, zudem es auch schon in meinem Hals kratzt…

Nachtrag: Er war genau eine Stunde wach, hat drei Bücher angeguckt, ein Stück Möhre und ein Stück Mandioquinha aus seinem Mittagessen gepuhlt und schläft schon wieder. Fieber steht so konstant bei 38,5°.