So süß!

Während ich mich noch einmal herum drehen konnte am Sonntagmorgen, machten der große und der kleine Mann zusammen „Rollkuchen“ in der Küche. Während der große Mann den Frühstückstisch deckte, klaute der Kleine zwei Löffel und zwei Joghurts vom Tisch und brachte diese ins Schlafzimmer. Einer war für ihn, der andere für mich. 🙂 Ich war und bin echt baff, wie er auf die Idee gekommen ist, denn normaler Weise essen wir nicht im Bett, das mag nur eine handvoll Male so gewesen sein, wenn zum Beispiel jemand krank gewesen ist und das war also mindestens das letzte Mal in Brasilien, so ca. 3 Monate her. Könnte aber jeden Sonntagmorgen so sein. 😉

Wer hat eigentlich eine Idee, was „Rollkuchen“ sein könnte? Ist aber kein Kuchen im eigentlichen Sinne.

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6:30h

Heute morgen 6:30h bei uns Daheim. Ein Wecker klingelt und die Erwachsenen werden wach, brauchen eine Zeit um zu realisieren wo das Ding denn steht. Erstaunlicher Weise bei mir neben dem Bett und ich bemühe mich diesen schnellstens auszustellen. Der große Mann dreht sich um. Ich bin irritiert und frage ihn, ob er denn nicht wissen wolle, wie spät es sei, der kleine Mann hätte an dem Wecker rumgestellt tagsüber und vielleicht sei es schon später oder noch sehr früh. Der große Mann murmelt nur ein nein. Ich springe alarmiert selber auf und hole ein Handy. Nicht dass der große Mann noch verschläft. Mit Bick auf das Handy stelle ich fest: 6:31h und weise den großen Mann drauf hin. Der löst dann endlich mal auf, dass heute Wochenende ist. Während ich dann wieder einschlafen konnte, war der große Mann denn vollends wach.

Schönes Wochenende!

Sonntagsmorgen-Schnipsel

  • Männer des Haushalts um kurz nach 9h zu einem Zoobesuch verabschiedet, damit ich unsere persönlichen Kisten mit Kram, den wir das letzte Mal vor drei Jahren beim schnellen in den Keller räumen sahen, weiter durchsehen, viel entsorgen (Uni-Mitschriften von mir) und „wenig“ (v.a. Bücher) in die hier vorhandenen Regale und Schränke sortieren kann.
  • Dabei festgestellt, dass ich einmal mit Hobbes, Smith, Durkheim, Bourdieu, Luhmann, Marx, Elias und Weber (mein persönlicher Hassfreund, diese gestiefelte Ausdrucksweise *kotz*) um nur einige Beispiele für mein Hauptfach zu nennen, quasi auf Du gewesen sein muss.
  • Auf dem Fuß folgende Frage, was davon wohl hängen geblieben ist… Die Beantwortung kann hier aber noch nicht erfolgen, sie ist noch im Prozess und ob dieser mal abgeschlossen werden kann ist fraglich. *ähem*
  • Bin soeben in der Erstellung des ersten eigenen Gulasch. Dabei gelernt, was schmoren wirklich ist. Wird jetzt direkt ausprobiert, das Fleisch steckt im Ofen. Mal sehen, wie das wird.
  • Beim scharfen Anbraten gedacht, dass Kochschürzen völlig unterbewertet werden und eine neue Renaissance erleben müssten.
  • Hilfe, die Männer sind schon zurück!
  • Nachtrag: Die Zwei waren müde und haben erst einmal ein Nickerchen eingelegt, so konnte ich in Ruhe weiter köcheln. Schmoren im Backofen ist wirklich empfehlenswert und ein Gulasch ist eigentlich wirklich unaufwendig – braucht nur lang um vor sich hin zu köcheln.

Was bleibt nach (fast) 3 Jahren Brasilien? Resümé

Nachdem ich in der ersten Woche wieder zurück in Deutschland ein wenig einen „Koller“ bekam, weil es mir hier zurück so verdammt gut gefällt und sich unser „Abenteuer“ Brasilien schon sofort wie Lichtjahre entfernt anfühlte, habe ich mir ein wenig mehr Gedanken darüber gemacht, was nach 2,5 Jahren in Brasilien und 0,5 Jahren Spanien so bleibt von den Auslandsaufenthalten.

  • Deutlich mehr Verständnis für Ausländer, die nur gebrochen die Landessprache des Landes sprechen, in dem sie leben. Wenn das Herz noch in der Heimat verblieben ist, kann das nichts werden. Und je nach Land, in welches man zieht, ist es manchmal wirklich schwer Kontakte zu den Inländern zu knüpfen.
  • Der tiefsitzende Wille, eine Zweiklassen-Gesellschaft wie in Brasilien hier nie entstehen zu lassen. (Ja ja, manchmal bin ich noch der Teenie, der meint, sie und ihre Freunde allein könnten die Welt retten…) Und der tiefsitzende Glaube, dass die brasilianische Gesellschaft an fehlender Auseinandersetzung, Durchmischung und Sichtbarkeit der Klassen miteinander krankt und der Ausweg vor allem durch gleiche Bildungschancen für alle samt Stipendium und Netzwerkaktionen für Unterschichtler heilbar wäre. Lulas „bolsa família“* finde ich auch den richtigen Hebel, damit die Kinder von der Straße in die Klassenzimmer kommen.
  • Schöne, wunderschöne, paradiesische Fotos von unseren Urlauben in Brasilien, diesem riesigen – 29-30 Mal so groß wie Deutschland und bedeckt fast die Hälfte des südamerikanischen Kontinentes – Land. Mehr bisher unveröffentlichte Fotos folgen bei urplötzlich auftretenden nächsten Zeitfitzeln.
  • In 2,5 Jahren in Sao Paulo standen der große Mann und ich bestimmt so viel im Stau wie bisher in unserem ganzen Leben nicht. Natürlich trifft das in noch viel stärkerem Maße auf den großen Mann zu, der schließlich 5 Tage die Woche zum Büro bzw. zu Klienten musste – immer schön zu den üblichen Rush hour Zeiten. Ich konnte es mir da schon besser aussuchen, wann ich mit dem Wagen auf die Straße bin. Außerdem ist man aus Sicherheitsgründen und Einfachheitsaspekten wirklich überall mit dem Auto hin gefahren. So habe ich den kleinen Mann immer schön zu Orten gefahren, an denen er sich austoben konnte (Spielplätze), aber ich selber habe mich nur wenig bewegt. Zumal ich seit Juni wirklich keinen Sport mehr machen konnte (Urlaub in Deutschland, Lungenentzündung, leichte Hepatitis A, Umzugsvorbereitungen, Bandscheibenvorfall, jetzt temporär alleinerziehend…). Jetzt wohnen wir hier mitten in einer größeren Stadt, alles in Laufnähe und gute Öffentliche plus Carsharing – und somit erst einmal glücklich eine zeitlang autofrei und froh über jede Bewegung und sei sie auch jetzt in der Kälte und mal im Regen. Mit kleinen Kindern zusammen in Gummistiefeln hält man es auch mal ganz gut im Regen aus. 🙂
  • Wie diese Woche bemerkt, begleitet mich aber ein wenig die Angst draußen, wenn auch zum Glück nur im Dunklen. Regelmäßige und schon länger dabeiseiende LeserInnen werden sich denken können warum. Die Unwissenden können sich ja mal auf die Suche in meinem Blog begeben. Mir hilft aber  das Annehmen der Angst. Dadurch werde ich nicht panisch. Ich denke, nach dem Erlebten ist es nur normal, eine zeitlang die Angst als Begleiter in bestimmten Situationen dabei zu haben. Ich setze mich mit ihr auseinander und lasse sie in gewissem Umfang zu. Mein mich schon lange tröstender Leitspruch durch´s Leben: „Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus.“ Marie von Ebner-Eschenbach
  • Die Zeit in Brasilien hat auf mich und meine Art der Kindererziehung stark abgefärbt. So ist es für mich selbstverständlich, dass ich den kleinen Mann dazu anhalte, Rücksicht auf kleinere und/oder andere Kinder auf dem Spielplatz zu nehmen, denen freundlich und offen zu begegnen, wenn sie auf ihn zu gehen. Das geht so weit, dass ich ihn „zwinge“ andere Kinder mitspielen zu lassen und seine Spielsachen mit ihnen zu teilen. Dabei sei direkt angemerkt, dass ich ihn gar nicht dazu zwingen muss, weil er es von Geburt an nicht anders gewöhnt ist. Manchmal muss ich ihn nur daran erinnern. 😉 Ehrlich gesagt, bin ich hier zurück ein wenig erschrocken über die Spielplatz-Benimmregeln… Die Eltern sind oft weit weg von ihren Kindern und bekommen so oftmals gar nicht mit, wie sich ihre Sprößlinge benehmen oder bekommen es sehr wohl mit und nehmen es aber als normal hin (Beispiel andere Kinder nicht mitspielen lassen, Sachen nicht zu teilen). Ich finde es schon komisch, Sachen auf einen öffentlichen Platz mitzunehmen und dann andere nicht damit spielen zu lassen. Also käme sowas bei uns vor, würde ich das Spielzeug eben nicht mehr mitnehmen als letzte Konsequenz.
  • Ich vermisse sehr die Geräuschkulisse der Tiere, die deutlich lauter ist als die hiesige. Allen voran die Kolibris (aber nicht wegen ihrer Lautstärke, sondern ihres Aussehens und ihrer Geschäftigkeit wegen), Papageie, Weißohrbüscheläffchen, ach überhaupt die ganzen Tiere da… Ok, vielleicht nicht unbedingt Grandona… 😉
  • Ein deutlich verbessertes Körpergefühl für den eigenen Körper. Wenn man soviel recht sommerlich bekleidet lebt, dann wird man quasi automatisch freier. Ich habe ein wenig Sorge, dass sich das jetzt mit dem einbrechenden Winter und den dazu gehörenden dicken Klamotten wieder verlieren könnte. Früher nämlich hier, da hatte ich mich immer gerade an eine Jahreszeit und die dazugehörige Kleidung gerade gewöhnt, da begann der nächste Jahresabschnitt. Nicht wenig zu meinem unguten Gefühl, was von Brasilien bleiben würde, trug auch dazu bei, dass ich direkt wieder erkältet war und damit quasi sofort mein bißchen normale Sao Paulo Winterbräune verloren hatte – den deutschen Winter über bin ich immer sehr blaß, ist einfach mein Hauttyp, da kann ich nichts gegen machen, dass ich dann manchmal wochenlang „krank“ aussehe… (Leider nichts „gesundes“ gegen…)
  • Saudade (Sehnsucht) überkommt mich bisher wenig zurück nach Brasilien. Aber ich habe die Befürchtung, der nächste Urlaub wird direkt ein wenig „anders“, normalere Umgebung naturell und so… und dann werde ich es wohl vermissen.
  • Ich fürchte aber, die Saudade kommt eher noch mit der Musik aus den Umzugskisten an…

Daheim – und was geschah in der Zwischenzeit

Bis zum Abflug und drüber hinaus verließ uns die Hetze nicht mehr. An Tag fünf wieder zurück in Deutschland sehnte ich das erste Mal F. herbei, aber was wir alles erlebten die letzten Tage, das gibt´s in Stichworten:

  • Am Tag des Kistenabholens um 5h aufgestanden und bis 10h tatsächlich noch alles einzupacken geschafft. Der große Mann den Großteil, ich rückensteif die Zuarbeiten.
  • Bis abends dann packten F. und ich (erneut ich nur bedingt wegen des Rückens) auch die gesamten Klamotten und Badartikel bis auf einen kleinen Rest in irgendwie zusammen gekommene 10 Gepäckstücke. Der große Mann war sich mit dem kleinen Mann von der Musikschule verabschieden.
  • Abends nahmen wir Drei unseren Abschied mit einem vorzüglichen Mahl in der Skye-Bar.
  • Mittwoch letzte Woche dann Stress bis zum Abflug, wirklich bis zur letzten Minute und bis wir im Flieger saßen.
  • Stress beim letzten Kleinkram zusammen packen und Rundgang durch´s Haus.
  • Stress beim Katzen zur Bekannten fahren wo sie noch einen Monat ohne uns länger in Brasilien bleiben werden. (Fragt bloß nicht warum. Das ist einen eigenen Eintrag wert und Grund für mindestens drei-fünf erste graue Haare meinerseits…)
  • Letztes Mal frittierte Mandioka von F. gegessen. F. beginnt eine Stunde vor unserer Abfahrt zu weinen und hörte quasi bis dahin nicht mehr auf. Sehr emotionaler wirklicher Abschied von ihr von uns Dreien. Schwierig.
  • Erstaunlich viel Verkehr am frühen Nachmittag zum Flughafen mindert nicht unbedingt unseren Stresspegel.
  • Am Schalter der Fluggesellschaft angekommen, müssen wir mit 6 Gepäckstücken noch einmal umdrehen und diese zusammenschweißen lassen, damit wir die zulässige Gesamtstückzahl nicht überschreiten. Neben unserem Handgepäck (5 Taschen inkl. meine Handtasche) geben wir somit 9 Gepäckstücke auf, die aber in Wirklichkeit 12 sind (inkl. Autositz vom kleinen Mann und Buggy).
  • Mittlerweile müssen wir uns zum Flieger echt beeilen.
  • An der Passkontrolle kurzer Herzstillstand, als die Beamtin die Geburtsurkunde vom kleinen Mann zu seinem Pass verlangt. Hintergrund: In den neuen brasilianischen Kinderpässen werden die Namen der Eltern nicht mehr aufgeführt und da ich in Brasilien immer noch meinen Mädchennamen habe, wollte sie wohl sicher gehen, dass der kleine Mann nicht ohne das Wissen der Mutter außer Landes gebracht wird. Zum Glück hatten wir einer Eingebung folgend, die Geburtsurkunde ins Handgepäck gesteckt.
  • Als wir am Gate ankommen, hat das Einsteigen schon begonnen.
  • Im Flieger sind wir alle ein wenig angespannt und es dauert bis wir ein wenig runter kommen und der kleinen Mann in den Schlaf findet ist es weit nach dem Abendessen.
  • Von meinem Rücken ist wenig die Rede, aber mit Schmerzmitteln und so ließ sich der Flug leidlich überstehen. Ich hatte ja auch keine andere Wahl. Aber besonders gut und viel habe ich nicht geschlafen und das schlägt sich auch darin nieder, dass ich während der Wartezeit auf den Anschlussflug in Deutschland im Sitzen immer wieder wegnicke und nur wieder wach werde, weil mein Kopf hin und her schlägt.
  • Vollkommen ko kommen wir am Flughafen unseres Wohnortes an. Dabei ist es erst früher nachmittag. Am Gepäckband dann irgendwann die Gewissheit: Zwei von den ehemals zwölf Gepäckstücken kommen nicht mit uns an. Wir melden Verlust. Bis heute hat das Gepäck nicht zu uns gefunden und mir ahnt Böses. In einer der Taschen war fast die gesamte Wäsche des kleinen Mannes und es tut mir leid um die vielen schönen T-Shirts, an denen Erinnerungen hängen. In der anderen Tasche befanden sich die Badartikel, Medikamente, ein paar Mitbringsel und Restkram wie z.B. eine Hälfte des Babyfons und mein während der Zeit in Brasilien gesammelter Schmuck, alles nichts teures, sondern Erinnerungsstücke von unseren Urlaubsorten, also nur Mode- und Naturschmuck (für was anderes interessiere ich mich auch gar nicht).
  • Meine Schwiegereltern holen uns am Flughafen ab und nehmen den großen Mann und einen Teil des Gepäcks zum Abholen unseres Wohnungsschlüssels mit. Der kleine Mann und ich samt Restgepäck nehmen schon einmal eine Taxe zur Wohnung.
  • Vor der Wohnung begrüßt der kleine Mann den ersten älteren Herrn des Weges mit „oí!“ – hallo und ich erkläre ihm, dass er hier hallo sagen sollte.
  • In unserer Wohnung hat sich zwar nicht wirklich was verändert in unserer Abwesenheit, aber ein wenig umsortiert hatte der Untermieter schon und so nahm ich erst fälschlicher Weise an, dass er unser Kaffeebecher-Sammelsurium und die großen Glasschneidebretter mitgenommen habe bis ich diese Sachen drei Tage später im Wohnzimmerschrank wiederfand.
  • Dafür hat sich im nächsten Umfeld einiges verändert. Hinter dem Haus befand sich praktisch eine riesige Baugrube, die während unserer Abwesenheit komplett bebaut wurde. Dort stehen nun Reihen- und Doppelhäuser und von unserem Schlafzimmer und der Küche können wir auf einen neuen Spielplatz sehen. Dementsprechend viele kleine Kinder gibt es hier. Grandios!
  • Ich bin zu ko um mit meinem Rücken zum Arzt zu gehen, aber Beschwerden bestehen immer noch massiv. Um die Hüfte rum bin ich quasi unbeweglich. Ich nehme mir den Gang für den nächsten Tag vor.
  • Am Freitag, am ersten Tag nach unserer Ankunft, stand bürokratisches auf dem Programm wie bei der Stadt anmelden, in der Stadtbücherei, Fahrkarte für den ÖPNV für mich und den kleinen Mann besorgen (wir wollen mal versuchen wieder ohne Auto auszukommen, also so fast ohne nur mit Carsharing), erste Infos über die Kindergarten-Situation einholen, zweite Einkäufe wie neue Klamotten für den kleinen Mann, auch den Rest fehlenden Badkram ersetzen, ein erster kurzer Aufenthalt und Kleinigkeiten-Kauf beim Ik.ea.
  • Am Samstag gab´s den ersten Großeinkauf vormittags für den wir uns das erste Mal aus der Wohnung ausgeschlossen haben. Notiz an mich: Ein Schlüssel muss immer noch sobald als möglich zur besondersten Freundin überhaupt.
  • Dazu noch Putzen deluxe: Schmier von bestimmt drei Jahren aus Waschmaschine und Kaffeemaschine entfernen hebt eine zeitlang ohne selber viel putzen gemusst zu haben quasi wieder auf. 😉
  • Nachmittags gab´s Stadtbummel, erste Sichtung von regenfesten und warmen (tauglich für Spielstunden auf dem Spielplatz) Jacken/Mänteln für mich. Den kleinen Mann hatte ich schon von Brasilien aus via Internet für alles Erdenkliche ausgestattet, was die Schwiegereltern auch mitbrachten nebst neuen Spielsachen, die seine alten jetzt für die nächsten 2-3 Monate aufwiegen müssen (bis die Kisten vom Seeweg zu uns gefunden haben werden).
  • Sonntag stand ganz im Zeichen des Rumräumens und Einräumens in der Wohnung. Aus dem früheren Arbeitszimmer soll das Kinderzimmer des kleinen Mannes werden. Zuletzt schrieb ich dort meine Magisterarbeit wovon wir noch kleine Klebzettel als Beweis beim Abbau des Schreibtisches fanden. Nachmittags fuhren wir aber raus mit dem kleinen Mann und genossen das tolle milde Herbstwetter, was uns die Eingewöhnung sehr erleichtert(e).
  • Beim Antreten des Heimweges Trotzanfall deluxe des kleinen Mannes beim Verfrachten in den Kindersitz. Himmel! 17 Minuten am Stück Gebrüll gab´s bisher noch nicht. Bis dato hat er aber wirklich alles erstaunlich gut mitgemacht und war nur im Rahmen anstrengend.
  • Beim ins Bett bringen fragt er mich nach Familie P. in Brasilien, unseren besten Freunden dort, und im Anschluss kommt die Frage, wann es wieder nach Hause geht… Schweres Herz.
  • Der kleine Mann versucht sehr viel portugiesisch zu sprechen und freut sich ersichtlich, wenn wir ihm ebenfalls in der Sprache antworten.
  • Montag brach der große Mann zu seiner Jakobsweg-Wanderung auf: Ca. 500km sollen es werden und wir erwarten ihn gesund und munter Ende des Monats wieder zurück.
  • War ja klar, dass ich mich direkt stark erkälte. Heute vormittag ging dann gar nichts mehr, weil mich starke Stirnhöhlen-Schmerzen plagten. F. sehnte ich mir hartnäckig ohne Erfolg herbei und so nahm ich erst einmal erneut Schmerzmittel und „parkte“ den kleinen Mann mangels Alternativen vor dem Fernseher. Hoch lebe ki.ka! Anderthalb Stunden weiter raffte ich mich auf, wenn auch nicht wirklich mit weniger Schmerzen. Irgendwie haben wir den Vormittag überstanden, ich immer wieder einnickend auch bei noch so großen Anstrengungsversuchen wach zu bleiben und der kleine Mann erstaunlich lieb und gut allein spielend. Nachmittags schlugen dann die Medikamente auch endlich an und ich denke, jetzt kann es nur noch bergauf gehen.
  • Ach ja, beim Arzt bin ich wegen meinem Rücken immer noch nicht gewesen. Nach der ersten Nacht in unseren Betten wurde ich wach und konnte mich quasi wieder normal bewegen. Im Verlauf des Tages kamen die Schmerzen dann zwar wieder zurück, aber nach der nächsten Nacht war wieder alles gut und bis heute mit viel im Bett liegen, verspüre ich jetzt abends gar keinen Schmerz mehr. Wert auf gute Betten zu legen, zahlt sich doch aus. 🙂
  • Telefon und Handy gibt es mit Glück schon morgen, spätestens dann hoffentlich bis Donnerstag.
  • Und Internet… Hoffentlich bis Ende des Monats. Wie ich jetzt surfe, darüber breite ich den Deckmantel des Schweigens. *ähem*

Das Eingewöhnen klappt für mich ohne Probleme. Ich fühle mich seit Freitag wieder wie Daheim. Das mag auch daran liegen, dass ich hier vorher schon wirklich sehr sehr gerne gewohnt habe und die Stadt einfach meine Lieblingsstadt ist. Es ist einfach toll, wenn man wie ich gestern beim Gang zum Bäcker einfach so eine Freundin treffe – hier ist alles dicht bei und doch ist es eine Großstadt. Eine Stadt, in der ich lange Jahre studiert habe und die daher so voll von Erinnerungen ist, dass ich mich nirgends neu und fremd fühle. Gut, ein wenig auf den Spielplätzen. 😉 Dazu unsere alte Wohnung, unsere alten Möbeln, unsere Bücher, CD´s, Handtücher, unser Geschirr. Alles hier zu lassen war das Beste was wir beschlossen haben. Von der Küche aus, in der ich auch jetzt sitze, kann ich ein Wahrzeichen der Stadt sehen. Es ist Heimat. Und so still. Obwohl ich auch von hier startende Flugzeuge beobachten kann wie in Sao Paulo. Jetzt aber Daheim.

Aufwärts geht´s

Alle Familienmitglieder sind wieder normal gekleidet, die Essensmengen könnten vor allem beim kleinen Mann noch größer werden, aber ansonsten ist alles wieder ziemlich normal. Wir sind dann mal damit beschäftigt, den fast ganz leeren Kühlschrank wieder aufzufüllen und ein wenig die Sonne genießen.

Schlimm hoch zwei

Gestern Nachmittag kam der große Mann wie versprochen eher Heim und fing auch zu fiebern an. Zum Glück wurd er aber mit der Variante „allesobenraus“ verschont.

Der kleine Mann durfte daher gestern Abend ausnahmsweise Mal ziemlich viele Elefantenfolgen sehen, die ich größtenteils verschlafen habe, obwohl ich daneben lag. Ich war einfach ko und hatte auch noch Fieber. Später abends stellten sich dann auch noch Kopfschmerzen ein, die mich bisher auch noch nicht verlassen haben. Der große Mann konnte die bei ihm ebenfalls auftauchenden erfolgreich bekämpfen.

Uns alle drei plagt noch Appetitlosigkeit und Müdigkeit. Der kleine Mann ist schon gegen 11 Uhr wieder in F.´s Armen eingeschlummert und schläft jetzt zwei Stunden später immer noch.

F. ist wirklich eine wahre Perle, denn Dienstags kommt sie eigentlich gar nicht, hat aber gestern ihren zweiten Arbeitgeber gebeten, den Tag verschieben zu können, weil es uns allen nicht gut gehe. Und wir hatten echt Glück, dass das geklappt hat. Vor allem der kleine Mann, denn heute morgen ging es uns Erwachsenen noch deutlich schlechter und wir hätten ihn wohl über kurz oder lang sonst wieder vor den Laptop gesetzt bzw. setzen müssen.

Jetzt hoffe ich nach einer leckeren Nudelsuppe von F. und einem frischen Glas Goiaba pur (gut gegen Durchfall laut F.) auf weitere Besserungen im Quadrat.