Kaputt wie sonst nicht was…

Status: In den Seilen hängend.

Zustand: Desolat.

Hintergründe: Mehrere kleine Kinder und viele viele Fäkalien. (Wer da empfindlich ist – also so mit Fäkalien – , der lese bitte nicht weiter.)

Tagesbeginn: Müde, weil der kleine Mann so zwischen 2-4 Uhr des Morgens nicht geschlafen hat.

Vormittag: Positiv. Schönes Wetter, Sonnenschein, weit über 20 Grad. Spiel, Spaß und ein wenig Vorbereitungsgewusel für einen Kaffee-Nachmittag mit zwei Freundinnen und deren Familien in unserem Garten.

Mittag: Schon negativer. Die Reste vom gestrigen Mittagessen reichen überraschender Weise doch nur für den großen Mann und den kleinen Mann. Ich verzichte freimütig, aber nicht glücklich im Hinblick auf den bevorstehenden kalorienreichen Kaffee und esse nur Vanille-Quark mit Banane, Birne und Erdbeere. Der kleine Mann versucht den Mittagsschlaf auszulassen und schläft dann viel zu spät erst ein. Als ich als letzte Amtshandlung meinerseits unter die Dusche steige, wird das Wasser mal wieder nicht heiß. Boilerflamme ist wohl aus und ich bekomme die nie an, der große Mann ist noch kurz vor knapp Laufen. Also kalt duschen. Der große Mann kommt übrigens so zwei Minuten vor der mit den anderen verabredeten Zeit wieder nach Hause und muss dann natürlich auch noch duschen… *männer-augenroll*

Nachmittag: Eine Viertelstunde bevor die Freunde kommen, beginnt der Himmel sich zu bewölken und es kommt ein stetig heftiger werdender Wind auf. Der Nachmittag mit den Freunden ist aber eigentlich schön und entspannt, abwechselnde und mal gemeinsame Kinderbespaßung und mal bespaßen sich die auch ganz von alleine (Alter von Anfang 2-Anfang 3). Zwischendurch zwei Babys, die beknuddelt werden und schlafen wollen und die Sonnenscheine der Veranstaltung sind (Alter 3 und fast 6 Monate). Kurz bevor die ersten Freunde nach Hause aufbrechen zieht stärkerer Wind auf und fluchtartig wird alles ins Haus verfrachtet. Ein Gewitter ist aufgezogen.

Abends: Ich habe so ohne Mittagessen einen Heißhunger auf was Deftiges und frage die verbliebenen Freunde, ob sie nicht Lust haben noch mit uns eine Pizza zu bestellen und noch ein wenig länger zu bleiben. Auf Grund des Lärmpegels im Haus hole ich ein paar Bücher runter und die Kinder lassen sich tatsächlich ruhig eine Zeit lang etwas vorlesen. Allerdings wird dann kurz vor Eintreffen der Pizza noch einmal eine Tobephase eingeschoben und so ergibt es sich, dass als wir den Tisch gedeckt haben und gerade anfangen wollen zu essen, der kleine Mann in mehreren Schwällen Unmengen von Apfelsaft und Erdbeeren von sich gibt, verteilt ein wenig auf dem Tisch, auf zwei Stühlen und den zugegeben größten Teil in der Tür zwischen Esszimmer und Küche. Sehr geruchsintensiv. Die Freunde beginnen auf unsere Bitten schon einmal mit dem Essen, ich kümmere mich um die Beseitigung unten, der große Mann um das Umziehen des kleinen Mannes. Resistent der Geruch, trotz brasilianischem Putzmittel (immer sehr stark parfümiert, damit man auch ja noch Stunden später riechen kann, dass die Haushälterin geputzt hatte). Ein wenig später bemerke ich aber, dass es meine Finger sein müssen. Hm.

Nach dem Essen bemerken wir einen strengen Geruch nach… nun… Fäkalien. Streng. Mir kommt in den Sinn mal ins Katzenklo ein wenig entfernt unter der Treppe zu schauen und finde dort eine recht frische „Hinterlassenschaft“ drinnen und daneben. Beides wird schnell beseitigt. Die Freunde sind quasi schon auf dem Sprung und wir unterhalten uns darüber, dass dieser strenge Geruch noch immer nicht verschwunden ist und so stark im Wohnzimmer ist. Ob denn die Katzen auch mal ins Wohnzimmer…? Nein. Ich komme auf die Idee am kleinen Mann zu schnuppern, drehe ihn schnell rum und beuge mich über ihn, die Freundin höre ich schwach sowas sagen wie „vorsicht, da kommt´s schon raus!“ und habe … nun ja … klebriges, stinkiges am Kinn. Ich sprinte mit Kind die Treppe hoch, der große Mann zum Helfen hinterher. Der kleine Mann muss kurzerhand unter die Dusche, ich wasche mich mit Seife und verteile an die Freunde heute mal keine weiteren Abschiedsbussis.

Der große Mann kümmert sich weiter ums Kind, ich beseitige das Chaos unten. Danach lesen wir kurz und schauen dann einen Tatort. Zwischendurch sehen wir nach dem kleinen Mann. Als der Tatort beendet ist und ich diesen Eintrag weiter schreibe, der große Mann Zeitung liest, ruft der kleine Mann und kommt mir erstaunlicher Weise schon entgegen. Erneuter Alarm unten raus. Wieder ist eine Dusche notwendig und komplettes Umziehen. Zum Glück hat das Bett nichts abbekommen. Im Schlafzimmer stinkt es unausstehlich. Wir lüften und ich weiche einen Berg Wäsche ein. Das darf jetzt noch genau zwei Mal diese Nacht passieren bis ich keinen Schlafsack mehr habe (2 dünne und 2 dicke).

Bitte, lieber Kotz- und Kackeritisgott, falls Du jetzt hier sein solltest, verzieh Dich bitte ganz schnell wieder und verschone uns Große ganz. Mit Erkältung auch noch das… Ich bitte um Gnade. Untertänigst.

Advertisements

Tagesinhalt

  • Sektfrühstück und frische Brötchen und frisch bereiteter Orangen-Papaya-Saft und Erdbeertörtchen – für mich vom großen Mann
  • liebe Anrufe (wenn auch leider die meisten nur auf dem AB gelandet sind – blöde Zeitverschiebung)
  • liebe Mails
  • bei schönstem Wetter im Garten gegenseitiges Beinebemalen
  • mit Marmorkuchen und Kaffeethermoskanne auf den Kinderspielplatz – aber von Freundinnen mit eigenem Kuchen und Kerzen und Parabéns-Singen überrascht worden – alle anwesenden Kleinkinder auf dem Spielplatz stimmten in den Gesang bzw. das dazugehörige Klatschen mit ein – ich hatte bestimmt spätestens an der Stelle einen hochroten Kopf und musste kniepern (ich könnte schwören, dass seit der Schwangerschaft mit dem kleinen Mann nicht alle Hormone wieder auf Normalniveau zurück gegangen sind…)
  • gemütlich-lustiges Laugenknoten-Essen mit großem und kleinen Mann im Bett
  • eine Freundin holt mich zum „Stammtisch“ der deutschen Treffpunkt-Frauen ab
  • köstlichen Tintenfisch-Salat verdrückt, übermütiger Weise zwei Biere getrunken (seit der Schwangerschaft und Stillzeit eigentlich kaum noch Lust drauf, egal was mit Alkohol)
  • einige schöne Lacher, einige schöne Gespräche, eins zum Traurigsein: Seit dem, bin ich nicht mehr zum Kinderheim gefahren und habe die Kinder seither auch nicht mehr gesehen, obwohl es Versuche gab, sie anderweitig zu unseren Krabbeltreffen dazu zu holen, dann war ich in Deutschalnd, dann so krank. Nun wie auch immer, aber ich kann da einfach nicht mehr selber hinfahren. Mittlerweile sind ja doch drei Monate verstrichen, irgendwie schon eine lange Zeit. Gestern ist eine befreundete Mutter aus dem Krabbelkreis mit ihrer Nichte, die dort für ein Jahr arbeiten wird, hin gefahren. Sie sieht mir ein bißchen ähnlich (die Mutter, V.) und so kam es, dass E. und J. auf sie zugestürzt kamen, vor allem E. sich an sie hängte und gar nicht wieder los lassen wollte und immer meinen Namen sagte. Ach, wehes Herz, Kloß im Hals – ich vermiss sie ja auch… Aber bald, ganz bald sogar, genauer gesagt in einem Monat und vier Tagen werden wir Brasilien verlassen und wieder nach Deutschland zurück gehen. Soll ich sie vorher doch noch einmal besuchen fahren? Zusammen mit dem großen Mann? Oder wird dann der Abschied nur noch schwerer? Ich weiß es nicht…
  • Und so beschließe ich offiziell ein Jahr älter und ab sofort nicht mehr „vertrauenswürdig“ wie man früher so _schön_ sagte, einen so schönen Tag mit traurigem Herzen und einem großen Maracujá-Schokokuss (Füllung ist mit Maracuja-Eischnee, lecker und irgendwie versöhnlich, laut F. soll Maracuja einen ruhig und schläfrig machen)

Nach der Feier – Schnipsel

  • 3000 Bälle im Bällebad sowie eine Rutsche da hinein gegen 16 Kinder und zwei Babys bei 20 Erwachsenen und 3 Kindermädchen
  • Toberei auf den Blocos mágicos
  • Krabbelei durch Tunnel in eine Höhle
  • Burgen- und Häuserbau mit Softklötzen
  • Zaubertafelmalereien
  • Kleinere Schlichtungseingriffe durch die Erwachsenen so nach dem Motto, wer wo ansteht und wann rutschen kann, weil unten wieder Platz ist, ansonsten ist der Plan aufgegangen, dass die Kinder bei den Spielsachen schon alleine genug Beschäftigung finden und haben.
  • Viel zu viel Essen, wirklich! Es ist zu viel übrig geblieben, als dass wir Drei es alleine aufessen könnten. Ach könnte ich doch nur eine Menge Mousse de Maracujá und brasilianische Torte nach Deutschland beamen! *seufz*
  • Brasilianische Torte beim deutschen Bäcker bestellt, der dann aber seine brasilianische Frau den Backlöffel hat schwingen lassen – super lecker, ein Gedicht, ein Traum aus supersoftem, lockeren, hellen Boden, mit leckerster, heller Cocos- und dunkler Schokoladencreme gefüllt und für den deutschen Gaumen extra nicht so süß gemacht! *hmmmschlecksabber* Allerdings mit Garantie auf direkt anwachsendes Hüftgold! 😉
  • Spiegeleierkuchen in leicht abgewandelt von Tanja ist ebenfalls extremst lecker und leicht und schnell zuzubereiten.
  • Der kleine Mann hat es so genossen, im Mittelpunkt zu stehen, und besonders schön war es für ihn wohl auch, als alle für ihn gesungen haben – erst auf portugiesisch „Parabéns“, dann auf deutsch „Heut ist Dein Geburtstag“.
  • Jetzt ist er „geschenkesatt“. Dreie Zweie sind immer noch nicht ausgepackt, weil er sich sooo schön erst immer in Ruhe mit jedem einzelnen beschäftigt, wenn er sie entwickelt hat.
  • Unsere Möbel stehen immer noch nicht wieder an Ort und Stelle, weil wir heute einfach nur ko und faul gewesen sind, viel geschlafen haben und ansonsten mit dem kleinen Mann die Geschenke bestaunt und ausprobiert haben. (Also ich, ich bin noch ganz und gar nicht „geschenkesatt“, ich würde auch die anderen Dreie Zweie am Liebsten noch sofort auspacken, um endlich zu wissen, was da nun noch Schönes zum Vorschein kommt! 😉 )
  • Es war ein wenig schwierig mit Deutschen und Brasilianern zu feiern, weil sich zwischen den „Gruppen“ kaum Vermischung ergeben hat. Deutsche sind da aber auch immer schwierig! Muss ich an dieser Stelle einfach mal schreiben. Selbst wenn sie im Ausland leben und alle mehr oder weniger gut die Landessprache beherrschen. Bei einer Überzahl Deutscher wäre es ja mal vielleicht nett gewesen, die Brasilianer einzubeziehen… Also, als ich als einzige Deutsche letztens auf dem brasilianischen Buffet-Geburtstag gewesen bin, da haben sich die nächst Stehenden Brasilianer immer sofort auch mit mir unterhalten und mich eingebunden.
  • Außerdem war es schwierig, weil die Brasilianer trotz nettem Hinweis, dass sie uns nicht „erschrecken“ würden, wenn sie schon pünktlich kämen, trotzdem ungefähr anderthalb bis zwei Stunden verspätet kamen. Mit dem Singen und dem Anschneiden der brasilianischen Torte haben wir dann nämlich doch bis dahin gewartet. Fehler: Weil dann von dem deftigen Essen zu viel übrig geblieben ist, was es nur eine Stunde später gab. Sollte es ein nächstes Mal geben, werde ich sowas wie einen Ablaufsplan mitsenden und drauf hinweisen, dass es Deutsche als „nicht nett“ empfinden, wenn jemand zu spät kommt. Oder den Brasilianern mindestens eine Stunde früher als den eigentlichen Beginn auf die Einladungskarte schreiben… 😉
  • Alles in Allem war es also wunderschön und hat uns eine Menge Spaß gemacht!!!